Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1918)
- Article
- Juden in Landwirtschaft und Gärtnerei
- Date
- 1918-07-01
- Page
- 302 (sequence 5)
- Language
- German
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Im deutschen Reich 3Q2 darin Graegen sollen, so mußte es doch leichter gehen, werrn von Vereinen oder hochherzigen Stiftern die erforderlichen Kapitalien dazu gespendet würden. Hierzu bescheidentlich Anregung zu geben, hat den Schreiber dieses bei Abfassung seiner Zeilen geleitet. Sas BrssLemer ZMLsch-LheoLsgrschs^ < in GesahI» Von Ludwig Manasss-Breslau. Die Breslauer Repräsentanten-Versammlung stirnnrte einhellig in ihrer letzten Sitzung einem Anträge des Vorstandes der Synagogengemeinde zu, daß für das jüdisch-theologische Seminar eine einmalige außerordentliche Beihilfe von 109 000 M 2 rk unter der Bedingung bewilligt werde, daß die Aufbringung der für die Anstattszwecks erforderlichen Summe nachgewiesen und deren Verwendung sich^rgestellt werde. — Von Interesse sind die Gründe, welche den (Oemeindevorstand bewogen, diesen Antrag zu stellen. Es heißt da u. a.: Das Jüdisch-theologische Seminar, die altehrwürdigL Pflanzstätte jüdischer Wissenschaft, ist in schwere Bedrängnis geraten. Sem Fortbestand i st gefährdet und geradezu in Frage gestellt. Seit längerer Zeit befindet sich die weltberühmte Anstalt offensichtlich in starken- Rückgänge. Während sie früher von einer großen Zahl von Hörern aus allen Teilen des In- und Auslandes besucht war, ist diese nunmehr erheblich gesunken. Umstände äußerer und innerer Natur trafen zusammen, um diesen bedauerlichen Zustand herbeizuführen. Zunächst sind reich ausgestattete Schwesteranstalten entstanden, Berlin, Wien, Budapest/ die naturgemäß Hörer aus den ihnen nächstgelegenen Landesteilen anziehen. Ferner entspricht das Anstaltsgeöäude im ganzen und seinen einzelnen Teilen nicht den Anforderungen der Neuzeit. Die Seminaröiöliothek mutz durch Neuanschaffungen vergrößert werden; auch fehlt es an einem Les-esaal. Vor allem aber müssen die Dozentengehälter erheblich ausgeöessert werden, damit das Lehramt au der Anstalt erstrebenswert erscheine. Um allen diesen Mißständen abzuhelfen, bedarf es bedeutender Geldmittel, die das Kuratorium der Fränkelschen Stiftungen auszuwenden nicht in der Lage ist. Diese Stiftungen sind von den Stiftern je mit einem Kapital ausgestattet worden, dessen Zinsen zur Erfüllung der öezeichneten Zwecke dienen und knapp ausreichcn. Das Kuratorium will jedoch aus einem verfügbaren Verwaltungsstock für die Anstalt einen weiteren Beitrag von 100 000 Mark ftcherstellen, desien Zinsen zur Deckung der laufenden Ausgaben mit verwendet werden sollen. Diese haben nach Angaben des Kuratoriums im vergangenen Jahre etwa 36 000 Mark betragen, worunter sich ein Fehlbetrag von etwa 10 000 Mark befindet. Somit wird auch unter Hinzunahme der Zinsen der erwähnten 100 000 Mark der Jahresbedarf der Anstalt nicht gedeckt werden können, besonders wenn sie auf eine erweiterte Grundlage gestellt werden soll. Daß auch Mittel für die nach obigen Ausführungen erforderlichen einmaligen 'Ausgaben nicht vorhanden sind, bedarf keines weiteren Nachweises. — Angesehene Männer der Breslauer Gemeinde sind daher zusammengetreten, um durch Sammlung freiwilliger Spenden einen Vermogensllock zur Gesundung der AnsLaltsverhältnisse Zusammenzubringen. Der erwrderliche Betrag wird auf ungefähr e i n c M111 i 0 n geschätzt. Auch an den Breslauer Synagogenvorstand ist das Ersuchen um einen Beitrag gerichtet worden, dem man aus folgenden Gründen entsprechen Zu müsien glaubt: Mannigfache Beziehungen haben von jeher Zwischen