Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1918)
- Article
- [Ohne Titel] / J. Sch.
- Date
- 1918-07-01
- Page
- 293 (sequence 7)
- Language
- German
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Im Zeichen des Burgfricdous nach dem demagogischen Muster der Antisemiten einen Schluß ziehen, so kann es" nur der sein, daß im Verhältnis zu. ihrer Bevölkerungszahl vierzigmal mehr Juden im Felde fallen als Christen. Das könnte allerdings lähmend auf uns, aber auch auf die Antisemiten, wirken. I. Sch. Zm Zeichen des Burgfriedens veröffentlichen die ,, A l l d e u t s ch cn Blätter " (dir. 25 vom 22. Juni 1918) eine Brandrede, die Prof. E d g a r M e y er auf dem Volkstag in Sterzing in Tirol am 9. Mai gehalten hat. Von der Wiener Zensur ist die Rede bezeichnenderweise nahezu völlig unterdrückt worden, dafür hat sie einen willkommenen Platz im Berliner Offiziellen Organ der Alldeutschen gesundem Sie richtet sich gegen die Tschechen und die Juden. Zur Kennzeichnung der die 'Masse in gefährlicher Weise aufhetzenden Ausführungen seien einige Satze hier wiedergegeoen: „Sollten wir rauö sein, wenn nnjcre Kinder flehentlich um Brot, Milch bitten, während Tschechen und durch Wucher reich gewordene Juden prassen? Auf der einen Seite der Hunger, das Elend, aus der anderen Seite eine UeppigkeiL, ein Lurus, der wahre Orgien feiert! Für diese Parasiten und Voltsschüdlmge gibt es nur ein Ziel: den Mammon und den Genuß auf Kosten des hungernden Volkes. Der Jude ist allmächtig in Oesterreich. Wir aber dürfen nicht einmal unser freies Wort unter freiem Gotteshimme! äußern (Pfuirufe, Pfiffe). Ihm ist alles erlaubt, ihm find alle Wege offen, alle staatlichen Türen offen; in den Kriegszentralen, dem größten Feinde, den wir im Weltkrieg haben, sind sie Alleinherrscher. Entweder laßt man dort die Gottesgabe zugrunde gehen oder sie werden zu Wucherpreiserr mit Wuchergewinn abgegeben. Dieser jüdische Geist frißt sich immer tiefer ein in die Volksseele und korrumpiertu nb v e r's sucht schli e ß l i ch alles. Dieser jüdische Geist verfügt über eine allmächtige Presse, die Jahr aus, Jahr ein alles in den Schmutz zieht, was uns heilig ist. Jeder christliche Deutsche sollte sich schämen, ein Judenblatt zu halten und soll sich die Hände waschen, wenn er eins in der Hand hielt. Für diese Parassiten ist alles lächerlich; wahre Religio u, Vater lan d s * liebe, Liebe zum ei geitc n Volke, Pflichtgefühl — lächerlich, denn das trägt keine Wucherzinsen. So wird auch unser Volk vergiftet, und der größere Feind als a l! e ö uch crcn Feinde j chl eicht durch unsere Reihen. Herr Professor Edgar Meyer sitzt, wie inan sieht, auf der untersten Stufe der Gattung gewissenloser Volksverheher. Er kla „Wir dürfen nicht einmal unser freies Wort unter freiem Gotteshirmne! äußern", und dabei durfte er nicht nur ein freies, sondern freche und verleumderische. Worte vonragen! Die von dem Berichterstatter in Klammern gesetzten „Pfuirufe und -Pfiffe" wären durchaus.verdient gewesen, wenn sie dem Redner gegolten Seine Augen wenden sich, wie aus seinen weiteren Ausführungen zu erkennen ist, von dem verderbten Oesterreich inbrünstig nach Deutschland. „Wundert man sich da/' so rief er aus, „wenn unsere Blicke sich immer sehnsüchtig nach dem deutschen Norden richten, von dem allein wir unser Heil erhoffen.