Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1918)
- Article
- Deutschtum und Christentum
- Date
- 1918-07-01
- Page
- 282 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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282 Im brutschen Reich Deutschtum Nicht so stolz sein könne», wie ich es bin. Ich sehe in den Ideen Binders eine Versündigung an der Universalität deutschen Geistes und am Christentum. Die letztere Versündigung mag er mit sich und seinen Glaubensgenossen abrrrachen. Wir deutsche Juden aber wollen uns von ihm unser deutsches Vaterland weder rauben nochherunterdrückenlaffen und Gabriel Rießers Mahnung eingedenk sein: „Wer mir mein Vaterland raubt, gegen den wehre ich mich, wie gegen einen Mörder." Betrachtungen z«m PogrsW ln Kraks«. Von Dr. Max Rosenfeld in Przempsl. Der Bericht über die pogromartigeu Ausschreitungen polnischer Legionäre, Studenten und EisLnöahner in Krakau am hellichten Tag des 16. April d. I. er ist etwas verspätet zugelassen worden, enthielt lediglich die Feststellung der Schäden und die Mitteilung, daß auch ein unschuldiges Menschenleben zum Opfer gefallen ist. Indes ist in Krakau ein regelrechter Pogrom vorgekommen nach dem bewährten russischen Muster der Schwarzen Hundert. Die Ausschreitungen begannen nach einwandfreier Festsiellung damit, daß jüdische Paffagiere aus den Straßenbahnwagen herausgeschleppt und mißhandelt wurden, darunter ein 51 jähriger, aus dem Heere eben entlassener Stryjer Jude, Petachje Möller, welcher den erlittenen inneren Wunden erlegen ist: Fensterscheiben wurden in fast allen jüdischen Läden eiugeschlageu, die Läden selbst geplündert. Dies alles geschah angesichts der vollständig passiv sich verhaltenden Polizei polnischer Nationalität, genau so wie in den glorreichen Tagen von Kischinew, Home! ufits.l Unter dem Druck der Ereignisse hat die jüdische Arbeiterjugend sofort einen Selbstschutz organisiert, im jüdischen Viertel zitterte die Erregung und die Erbitterung noch nach, weil man sich weder aus der Straße noch im eigenen Hause sicher fühlte. Soweit die Tatsachen. Natürlich hat es die polnische Presse, die sozialdemokratische nicht ausgenommen, nicht unterlassen, die schändlichen Ereignisse in Krakau, dem Juwel der polnischen Krone, als HAnaerdsWonstrationen hinzustellen, wobei sie den traurigen Mut hatte, sogar den Mord an einem Unschuldigen als einen natürlichen Tod zu schildern. Wir wollen den Ursachen etwas uachgehen. Zunächst muß widerlegt werden, daß die Krakauer Ereignisse etwas Sporadisches wären, hervor-