Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1918)
- Article
- Der Pogrom in Krakau
- Date
- 1918-06-01
- Page
- 264 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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284 Im deutschen Reich eine K o n f e r en Z Beim M i n i fte rp r L si d en t en, und es schloffen sich uns freiwillig an nebst den jüdischen Abgeordneten Dr. Äolischer, Rauch, Dr. Steinhaus auch der Obmann des Polenklubs Stabnrski und der Vizepräsident des Abgeordnetenhauses Hosrat Dr. German, überdies wohnte der Konferenz der Minister für Galizien von Twardowski bei. Ich habe den Ministern über die Vorfälle in Krakau berichtet und sowohl in meiner mündlichen Ausführung, als auch in meinem schriftlichen, dem Ministerpräsidenten überreichten Memorandum ausdrücklich betont, daß die Exzesse nicht den Charakter von tzungercxzesien trugen, sondern rein judenfeindliche Ausschreitungen schwerster Art seien; ich habe mit allem Nachdruck darauf hingewiesen, daß ausschließlich jüdische Bürger geschlagen unb mißhandelt, und daß ausschließlich Geschäftslokale jüdischer KaufleuLe erbrochen und geplündert wurden. Ich forderte die Einleitung einer strengen Untersuchung, Sühne durch Bestrafung der Schuldtragenden und die Erlassung strengster Maßregeln Zum Schutze der jüdischen Bevölkerung. Die anwesenden Abgeordneten, auch der Obmann des Polenkluös im Namen seines Klubs, schlossen sich diesem Begehren an. Der Ministerpräsident verdammte die traurigen Ereignisse in schärfster Weise und versprach, daß er sofort die energischsten Maßregeln treffen werde, damit derartige Vorfälle, die er aufs tiefste bedauere, sich nicht mehr wiederholen. Tatsächlich ist Ruhe eingetreten, und man ist allseits bemüht, aus die erregten Gemüter beruhigend und besänftigend einzuwirken. Das Leichenbegängnis des unglücklichen Opfers der Exzesse, des seligen Meller, gestaltete sich zu einer imposanten Manifestation." Inzwischen sind bereits 200 Teilnehmer am Pogrom verhaftet worden, denen man wertvolle Gegenstände, die sie bei den Juden- Plünderungen geraubt hatten, abgenommen hat. Die jüdischen Händler in der Ukraine« Im tzauptausschutz des Reichstages hat in der Sitzung vom 8. Mai Unterstaarssekretär Edler von Braun in seinen Darlegungen über die Verhältnisse in der Ukraine gesagt: „Wir denken nicht daran, in der Ukraine die jüdischen Händler auszuschließen, wir können gar nicht ausschließlich durch behördliche Maßnahmen oder durch deutsche Händler das Getreide erfassen, sondern der ganze Plan für den Ankauf von Nahrungsmitteln in der Ukraine basiert auf der Heranziehung der ansässigen jüdischen Händlers Daß die jüdischen Händler dort unbedingt nötig sind und ohne sie die ohnehin schwierige Hereinschaffung notwendiger Lebensmittel ganz eingestllt werden müßte, wird von den verschiedensten Seiten, die die ukrainischen Verhältnisse kennen, bestätigt. Verbot der jiddischen und hebräischen Korrespsudsuz in England» Das jüdische Presiebureau in Stockholm meldet: Aus eine telegraphische Anfrage erhielten wir aus zuverlässiger Londoner Quelle die drahtliche Auskunft, die die Nachricht, die Korrespondenz in jiddischer und hebräischer Sprache sei in England verboten, bestätigt. Die Gründe dieses Verbots konnte unser Gewährsmann nicht angeöen, er teilt aber mit, daß bei der Regierung Schritte für die Aufhebung des Verbotes unternommen worden seien, und daß die Frage gegenwärtig an den zuständigen Stellen, wieder geprüft werde.. Gegen die Palastmapolitik der Entente. Das ungarische Hilfskomitee in Palästina und der Verein Magyarischer Juden teilten, wie die offiziöse Telegraphenagentur Milli aus Konstan-tinopel 11. Mai meldete, der türkischen Regierung die iri Vollsitzungen hex beiden Gesellschaften gefaßten Beschlußanträge mit, in denen sie der Regierung für die Don ihr den Juden in Palästina geleistete Hilfe und den ihnen gewährten Schutz danken. Sie sprechen ferner die Ueberzeugung aus, daß dieses Land, die Wiege ihrer Religion, stets ein wesentlicher Teil der Türkei bleiben werde.