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Im deutschen Reich · 1918-06-01 · Heft 6 (Juni 1918) · p. 257

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 6 (Juni 1918)
Article
Lord Northcliffe, der Antisemit
Date
1918-06-01
Page
257 (sequence 2)
Language
German
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Vereinsnachrichten 257- Dieses Bild ist wahrlich nicht lieblich, aber es trifft auch auf andere Antisemiten zu, die öffentlich als Hetzer tätig sind. Gleiche Brüder und gleiche Seelen.. Die Antisemiten werden den üblen Lord schwerer von sich abschütteln können als die Juden, zu denen er niemals gehört hat, weder dem Blute nach, noch nach seinem Charakter. Der Derer Northelisfe soll fortan wahrheitsgemäß der Antisemit N s r t h c t i s? e genannt werden. VersLusrrschrrchLSU» Abermals ist über mehrere erfolgreiche und stimmungsvolle I u b i l a xi hi l ö e r f a m m I u n g e n von Ortsgruppen des Terr- Lralvereins zu berichten. Die Ortsgruppe München hat eine Festversammlung abgehalLen, die, wie wir einem Bericht der „Münchener Neuesten Nachrichten" entnehmen, einen eindrucksvollen und würdigen Verlaus nahm Nach einleitenden Worten des Vorsitzenden Br. Baron sprach Geh. Justizrat Br. Eugen Fuchs- Berlin über „25 Jahre CentraldereinT Er zeichnete ein Bild der Geschichte des deutschen Judentums seir dein Inkrafttreten des Reichstoleranzgesetzes und hob hervor, daß der Central'verein den Kräften, die am Werke waren, den deutschen Juden die Gleichstellung in Staat und Gesellschaft streitig zu machen, seit seinem Bestehen unerschrocken entgegengetreten ist und den Kampf gegen Nntisemitismus und RenegaLenium stets als eine feiner wichtigen Aufgaben betrachtet hat. Heute 'scharen sich 200600 jüdische Mitbürger um die Fahne des Centralvereins.' Ihnen allen ist nicht Zion das Land der weltlichen Sehnsucht, sondern Deutschland. Sie fühlen und denken deutschnational und wollen auf deutschem Boden Mitarbeiten an deutscher Kultur. Aber um der Liebe zum Vaterland willen wollen sie sich die Liebe zum angestammten Glauben nicht nehmen lassen. Der Redner verwies auf die von dem deutschen Judentum im gegenwärtigen Kriege bewiesene Opferfreudigkeit, die keine verglenchende Statistik zu scheuen habe, unb betonte in seinem Schlußworte die Notwendigkeit, künftig alle sich im Vaterlande bietenden Kräfte zweckmäßig und vorurteilsfrei nutzbar zu machen. Dem Vortrage folgte lebhafter Beifall. — Rabbiner Prof. br. Werner (München) gedachte der toten Mitkämpfer und Führer im Centralverein, n. c. des tatkräftigen Münchners Abraham Ofner und gab der Versammlung durch seine Ausführungen über „Inneren Frieden", in denen er als das Ziel der Zukunft ' den Frieden Zwischen Judentum und chen Judentum m und Mens? und Deutschtum und zwischen Judentum und Menschentum bezeichnete, wirkungs- und eindrucksvollen Abschluß. Die Ortsgruppe Breslau hat das 25jühriae Jubiläum des Centraldereins durch eine Festversammlung im großen Saal der Lessingloge gefeiert. Der Vorsitzende, Sanitätsrat Br. R eich, begrüßte die außerordentlich gut besuchte Versammlung und widmete einen ehrenden Nachruf dem unvergeßlichen Maximilian Horwitz, dem die Breslauer Ortsgruppe niemals die tatkräftige Unterstützung vergessen werde, die er ihr stets entgegengebracht habe. Darauf hielt Geh. Justizrat Br. Eugen Fuchs- Berlin die Festrede, in der er einen Rückblick auf die 25 Jahre Centralvereinsarbeit und einen Ausblick in die Zukunft warf. Er besprach in großen Zügen die sozialpolitische Tätigkeit des Centralvereins und seine Bestrebungen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Vom religiösen und vaterländischen Standpunkt aus verbreitete sich Rabbine'r Prof. Br.

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