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Im deutschen Reich · 1918-05-01 · Heft 5 (Mai 1918) · p. 217

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 5 (Mai 1918)
Article
Die hebräische und jüdische Bücherei der Frankfurter Stadtbibliothek
Date
1918-05-01
Page
217 (sequence 3)
Language
German
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Vereinsnachrichten 217 enthält eine ganze Reihe vorzüglich gelungener Vollbilder. Von großem historischen Werte. sind die in einem Manuskripte aus dem Jahre 1460 enthaltenen Mitteilungen über die Hussitenkriege. Gar manche der Handschriften sind von der Fachwelt schon verwertet worden. Wir nennen nwr die kulturgeschichtlich bedeutsamen Memoiren der Glücke! von Hameln, die der verstorbene Professor David Kaufmann-Budapest nach dieser Handschrift herausgaö. Von den Druckwerken sind an erster Stelle 34 Inkunabeln (Druckwerke vor dem Jahre 1500) zu nennen, so daß die Zahl der in der Frankfurter Stadtbibliothek vorhandenen Inkunabeln auf 53 stieg. Wenn man erwägt, daß bis heute nur hundert hebräische Inkunabeln bekannt find, wird man den hohen Wert dieser Eremplare nicht hoch genug anschlagen können. Von den weitaus meisten Werken ist die erste Ausgabe vorhanden; so die erste Gesamtausgabe des babylonischen und jerusalemischen Talmuds, die der Patrizier Bömberg in Venedig Herstellen ließ. Von hohem Werte sind die fast vollständig vertretenen Werke der Karäer. Das gleiche gilt von den Resvonsenwerken; sie umfassen allein 480 Nummern in ungefähr 650 Bänden. Auf diesen Riesenznwachs erfolgte eine ebenfalls^ bedeutende Vermehrung durch die 1905 erfolgte Schenkung der Freifrau Mathilde von Rothschild. Damit wurde die Hebraica- und Judaiea-Sammlung. der Frankfurter Stadtbibliothek die vollständigste des Kontinents. Die Zahl der im Besitz der Frankfurter Stadtbibliotbek befindlichen Inkunabeln stieg nunmehr aut 57. Die Jostsche Bibliothek enthält 870 Bände, diejenige von Brüll 5250, Berliner 3200 Bande, und die Genisa« fragmente, die bis zum Jahre 1000 zurückgehen, bestehen aus 4300 Stuck, die Rothschildsche Bücherei hat einen Umfang von 3030 Bänden, während die Merzbachiana aus ungefähr 6000 Bänden besteht. Ein Gang durch die Sammlungen führt uns auch zu den langen Reihen der modern-jüdischen Literatur, zu den endlosen Jahrgängen der jüdischen Zeitschriften von der karäischen bis zur zionistischen Literatur. Wahrlich, einen Hauch der Ewigkeit verspürt man hier. Der Bewahrer und Ordner all dieser Schätze, Dr. Aron Freimarm, ist nicht nur ein mit hervorragendem Organisationstalent begabter Bibliothekar, sondern auch einer der hervorragendsten Kenner der gesamten hebräischen und jüdischen Literatur. Wo irgendwo in der Welt uralte Mische Handschriften stecken, er weiß Ls, kennt ihren Inhalt und sucht, ne für Frankfurt zu erwerben. VereinsNKchrrchten. Die Ortsgruppe Schöneberg des Centralvereins veranstaltete am 9. April ihre dritte Hauptversammlung. Der Vorsitzende, Geh. Sanitätsrat vr. Hahn, hielt einen Vortrag über das Thema „Der deutsche Jude als Staatsbürger, ein Rück- und Ausblick". An die mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen schloß sich eine anregende Diskussion. Die rührige Ortsgruppe konnte wieder eine Anzahl von Neu» Anmeldungen verzeichnen. Die LanLesveThmrdsversaMMlAug der Provinz Posen wurde im Ausschluß an eine Jubiläumsversammlung, über die wir an anderer Stelle berichten, unter Teilnahme von etwa 60 Delegierten aus Stadt und Provinz unter dem Vorsitz des Rechtsanwalts Ür. H a a s e aögehalteu, Geheimrat F u'ch s-Berlin erstattete ausführlich Bericht über die Herrenhaus-, die Palästina- und die Friedenskongreßfrage sowie über^die Gründung der V.J.O.D. Nach einer Erörterung, an der sich die Herren Justiz-

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