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Im deutschen Reich · 1918-05-01 · Heft 5 (Mai 1918) · p. 200

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 5 (Mai 1918)
Article
Kritische Bemerkungen
Date
1918-05-01
Page
200 (sequence 2)
Language
German
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MO Im deutschen Reich Kapitalismus in die Arme getrieben haben sollen, wie die jüdische Religion, das Wüstenklima und andere Dinge, zu ersparen. Denn auf allen den genannten geistigen Gebieten haben die Juden, trotz ihrer geringen Anzahl und trotz der kurzen Zeit ihrer Emanzipation, einen hervorragenden Einfluß ausgeübt. Rein äußere Gründe können allein hierfür nicht maßgebend sein. Denn auch früher schon hatte die semitische Rasse auf einem ganz anderen geistigen Gebiet, dem religiösen und ethischen, sich betätigt und durch drei Religionen, Judentum, Christentum und Islam, der ganzen Weltgeschichte auf Jahrhunderte hinaus ihren geistigen Stempel aufgedrückt. Was ist nun die Ursache dieser eigenartigen Erscheinung? Meines Erachtens das Alter der Rasse als Kulturrasse: Jahrtausendelange geistige Betätigung und dadurch Vererbung einer bestimmten geistigen Agilität. Es handelt sich wohl um die Fähigkeit der jüdischen Seele, sich schneller einzufühlen, neuartige Situationen zu übersehen und schnell zu erfassen, gleichsam als hätte sie alles vor Jahrtausenden schon einmal erlebt, durchdacht und ausgeführt. Daß derartige Eigenschaften im Leben des einzelnen erworben werden können, sieht man am Städter, der dem Landbewohner gegenüber findiger, gewandter und schlauer ist. Warum sollten sie, durch Generationen hindurch geübt, sich nicht auch in ihren Anlagen vererben? Außerdem spielt noch eine gewisse Auslese und Züchtung des Intellektes mit, die im Altertum und Mittelalter bei den Juden durch die hohe Wertschätzung der talmudischen Gelehrten vorhanden war. Auch andere Nationen, die auf eine solch alte geistige Betätigung zurückblicken, leisten auf geistigem Gebiete, wie insbesondere in: Handel, der schnelle Erfassung, Weitblick und dergleichen verlangt. Hervorragendes, wie die Griechen und Armenier im Handel des Orients. Wie schnell gelingt es dem polnischen Juden, wenn er nach den westlichen Kulturländern kommt, vom Händler zum weltgewandten Großkaufmann emporzusteigen, während der polnische Bauer und Arbeiter im gleichen Falle nur Bauer und Arbeiter bleibt. Aehnliche geistige Differenzierungen finden wir schon im Tier* reich: So ist der Hund durch die uralte Domestikation und den jahrtausendelangen Umgang mit den Menschen, selbst wenn er, wie in Australien, verwildert ist, imstande, den Menschen leicht zu verstehen, ihm aus Stimme und Mienen seine Wünsche abzulesen, während dem Fuchs, der gewiß ein intelligentes Tier ist. das Tun und Lassen des Menschen stets fremd und unverständlich bleibt. Die anderen Eigenschaften, die man so häufig den Juden vorwirst, wie Protzentum, Strebertum und dergleichen, sind dagegen durchaus nicht als ererbt oder charakteristisch zu betrachten, sondern psychologisch zu verstehen: als das mehr oder minder bewußte Streben, die Empfindung der Minderwertigkeit, die die anderen von ihm meist haben, auszugleichen. Aeußerlichkeiten, wie Schmuck, Titel, Orden und dergleichen, werden dann in die Wagschale geworfen, um die Minderwertung durch die anderen, allerdings vergeblich, aufzuwiegen.

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