Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1918)
- Article
- Die biblisch-talmudische Gesetzgebung gegen den Lebensmittelwucher
- Date
- 1918-05-01
- Page
- 199 (sequence 11)
- Language
- German
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Kritische Bemerkungen 199 mit dein Fasten immer vor Donnerstag begmnen, gewöhnlich wurde der Montag dafür gewählt. (Tanith 10 a.) Und schließlich wurde bestimmt, daß, wenn Hungersnot oder nur Mangel -an Lebensmitteln herrscht, der Mann getrennt von feiner Frau leben solle, damit keine Kinder erzeugt würden, die die Not des Volkes nur noch vergrößern würden (Tanith II a). Wenn man bedenkt, daß der Bibel und dem Talmud eine zahlreiche Familie als ein großes jüdisches Ideal erscheint, wenn man ferner die unzähligen diesbezüglichen Ermahnungen und Belehrungen berücksichtigt, besonders den Ausspruch: Wer keine Kinder erzeugen will, der vergießt Blut und vernichtet Leben (Jeb. 63 d), so darf die erwähnte Bestimmung nur so verstanden werden, daß zum Nutzen der Allgemeinheit und zur Erhaltung eines Volkes ein jeder einzelne sein persönliches Wohlergehen und seine individuellen Wünsche und Interessen opfern ^müsse. Kritische VsMerkrrrrgerr grundsätzlicher Art, zu denen den äußeren Anlaß die Ausführungen des Rabbiners Dr. Max Eschelbacher-Düsseldorf über „Die Juden und der moderne Kapitalismus" in unserer Zeitschrift (Januar- und Februarhest) gegeben haben, sendet uns Universitätsprofessor Dr. R. Ehemann- Charlo ttenburg, Direktor der inneren Abteilung des städtischen Krankenhauses Neukölln. Wir Zögern nicht, sie wörtlich abzudrucken, obgleich sie z. T. unserem Standpunkt widersprechen; doch erlauben wir uns, dem Aufsatz einige Bemerkungen anzuhängen. Professor Dr. Ehemann schreibt: Alle Behauptungen Sombarts sind doch mehr als geistreiche Ansichten und Beleuchtungen zu werten und sollten nicht immer noch mit dem schweren Geschütz wissenschaftlicher Beweise herabgeholt werden. So viel Entgegnungen, fo viel neue Hypothesen, keine Wahrheiten. Mathematische oder exakte naturwissenschaftliche Beweise gibt es ja hier nicht, und man sollte es sich abgewöhnen, jede neue Ansicht über solche Dinge, gläubig als eine Tatsache oder als bewiesen anzusehen. Schon die Frage der Beziehung des Kapitalismus Zum Judentum führt aus einen falschen Weg, wenn nicht eine Vorfrage gestellt und beantwortet wird: Haben die Juden ausschließlich am Kapitalismus und am Handel einen besonderen Anteil genommen? Ueben sie nicht auch auf jedem anderen geistigen Gebiet einen ihrer Zahl nach ganz außerordentlich starken Einfluß aus? In der Jurisprudenz, in den philosophischen Fächern sowohl wie in der Mathematik, der Technik, der Musik? Kurzum, kann man sich den Werdegang unserer heutigen wirtschaftlichen, sozialen, technischen und künstlerischen Zustände ohne die Mitwirkung der Juden dorstellen? Die Stellung dieser Vorfragen hätte genügt, um das Heranschleppen der vielen Beweise, die den Juden dem Handel und dem