Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 4 (April 1918)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1918-04-01
- Page
- 172 (sequence 3)
- Language
- German
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172 Im beutfdjtn Rsich Me gfSÄ im JLdtKiZm. Der jüdische Frauenburrd, Ortsgruppe Königs« berg, hielt im März feine HauptverfammluNZ msto dem Vorsitz von Frau Dr’ Vogelstern ad. Ste wurde eingeleitet durch eilten Vortrag non Rad Liner Dr. VsFslstein über ^Die Krau im Judentum^. Der Rednsr führte nach der KZmgZbsrger HarLurrgfchen Ztg. au§, daß die Stellung der Frau im Judentum von jeher bedeutend höher und würdiger war, als bei den anderen orientalischen Völkern. Die Einehe wurde immer mehr die Regel und schon im Jahre 869 von Rabbi Gerfon Zum Gesetz erhoben. Da die Frage der doppelten Moral von Mann. und Frau weniger leichtfertig als heute behandelt wurde,gebot dis Religion die Frühehe, was freilich oft auch ungesunde Verhältnisse hervorbrachte. Das Gefüge der Familie war' ein festes und inniges, die Frau war der Stolz des Hauses, ihrem Manne eins gleichwertige Gehilfin, dis oft auch noch die Last des Erwerbslebens auf sich nahm. In ihrer Hand^lag die Erhaltung des religiösen Lebens und des idealen Sinnes. "Ihr <e>iö4 und ihr Glück war ihre Mutterschaft. In vielen Schriftwerken wird ihr Lob verkünd et. Wohl ist die jüdische Literatur nicht reich an eigentlichen Liebesliedern, doch besitzt sie im Hohen Liede daZ unvergleichlich schönste feiner Art' De? Vortragende ging noch kurz auf die Frauen ein, die sich in früheren Zeiten auch in der OefferUlichkcil ausgezeichnet hatten, verweilte kurz^ bei Rahel Levin, der feinsinnigen Gattin Varnhagen von Enses, und bei Henriette Herz, dis freilich später dem Judentum untreu geworden smd/rmd würdigte warm die Verdienste de? ehrwürdigen Henriette Goldschmidt, der Begründerin des Allgemeinen deutschen FrauenversinZ, um die Erstarkung der deutschen FrsumbemeZlmg. Viel Tüchtiges leisten die jüdischen Frauen auch in htn heutigen schweren KnsgsZeiten. Eine große Aufgabe haben fi» noch für dis GlanLsnsg-noffen im Osten zu leisten." Ausschuß für Krikg§stsLiM° Wie den Lesern dieses BlatteZ bekannt ist, existiert seit Ausbruch des Krieges ein Ausschuß für Kriegsstatistik, dem alle großen jüdischen Organisationen angchSrerr, und der es sich zur Aufgabe gestellt hat. in einer umfassenden Weise alle jüdischen Feldzugsteilnehmer in Deutschland Zu ermitteln. Es liegt in der Natur einer solchen auf freiwilliger Mitarbeit beruhenden Erhebung, Daß das Ergebnis der getroffenen Feststellungen vorderhand noch nicht den Anspruch auf Vollständigkeit machen kann, und der Ausschuß für Kriegsstätistik ist daher bemüht, durch eine Reihe von ergänzenden Maßnahmen dis vorhandenen Lücken auszufüLen. Wir richten an unsere Leser die dringende Bitte, Angaben über jüdische Kriegsteilnehmer direkt an den Ausschuß für Kriegsstatistik, W. 85, Steglitzer Straße 9 II, Berlin gelangen zu lassen. Eine Doppelzählung wird dadurch vermieden, daß im Bureau des Ausschusses für Kriegsstatrstik eine Kartothek geführt wird, in welcher jeder einzelne Kriegsreilnehmer verzeichnet ist. Verwischtes. Eine Antwort des Kriegsmirnsterirrms. Unter der Kermrnarke „Falsche A u s k l a r u n g" harten wir im Februarheft (nach der „Berliner Bolkszeitung") eine vom Oberkommando Heeresgruppe Eichhorn „zum Dienstgebrauch" herausgegebene Schrift erwähnt, in der e§ auf Seite 13 heißt: Frage: Wohnen nur Deutsche im neuen Deutschen Reich? A n t n> o r i: Nein! Bor dem Kriege betrug die Bevölkerung gegen 68 Millionen. Davon waren 3.4 Millionen Polen, 0,8 Millionen Wenden, Dänen, Franzosen, 0,6 Millionen Jude n.