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Im deutschen Reich · 1918-04-01 · Heft 4 (April 1918) · p. 166

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 4 (April 1918)
Article
Josef Popper-Lynkeus
Date
1918-04-01
Page
166 (sequence 3)
Language
German
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108 Im deutschen Reich Hierdurch geriet Alexander so sehr in Zorn, daß er mir wütendem Blicke einen raschen Sprung zur Seite wachte und sich gerade vor den Löwen hinsteMe, um ihm die Aussicht zu benehmen und ihn auf diese Weise zu Zwingen, ihn an Zusehen.' Da mm de? Löwe dies bemerkte. Zog tx feine Augenlider langsam zusammen, als ob er schlafen wollte, und hielt seine Augen so lange geschlossen, bis Alexander sich rvegöegebeu hatte, und dis Aussicht wieder frei war. Da schrie der König in barschem Tone feinen Begleitern zu, s§ wolle nunmehr in den Palast Zurück: worauf sogleich BagopherneZ, dis Chaldäer und Magier sich zufammenschoben und kleinlaut hinter ihm hergingsn. Nach wenigen Schritten jedoch blieb de? König wieder stehen und wandte sich nach dem Löwen um, in der Hoffnung, fein Schreien und sein Abgang werde dessen Haltung gestört haben. Allein der Löwe lag noch genau so wie zu Anfang da, hielt den Kopf hochaufgerichrLt zur Seite, blickte na6) betnfelberf Punkts wie früher ins Freie, und rührte sich nicht, als ob weder jemand gekommen, noch gegangen wäre. Da wandte sich denn Alexander und ging gesenkten Hauptes, nachdenklich und schweigsam in seinen Palast Zurück. ANch ein Tapferer vsn Le Borzrgek» (Dem ./Daheim" mit Erlaubnis der Schriftleitung entnommen.) „Zu dem Artikel vom 21. Februar 1914 im Daheim „Der Tambour non Le B o ui gst" will ich ein Gegenstück liefern und die Persönlichkeit eines anderen Helden von Le Bourget der Vergessenheit entziehen, der es wohl wert ist, neben dem Tambour von Le Bourget genannt zu werden. Karfunkel st ein hieß er und war ein häßlicher, kleiner jüdischer Füsilier im 3. Garde-Grenadier-Regiment Königin Elisabeth, und Plattfüße hatte er auch. Er wäre wohl niemals zur Garde ausgehoben worden, wenn das Regiment Elisabeth, das damals in Breslau garnisonierte, Gardeersatz gehabt hätte; das Regiment rekrutierte sich aber nur aus der Provinz Schlesien. So kam Karsunkelstein zur Garde und war stolz daraus, tm Gardist zu fein; aber die 10, Kompagnie, bei der er stand, war nicht stolz aus ihn, denn er war kein guter Kamerad und' ein unbequemer Untergebener. Von den Kameraden geneckt und verlacht wegen feiner unmilitärischen Erscheinung, von den Unter- OfstZ'reren wegen seiner Ungeschicklichkeit und losen Zunge wohl oft schlechter behandelt, als er es verdiente, war er zum Widerstand gereizt worden, der ihn bald mit dem Strafgesetz in Konflikt brachte. Als Karfunkelstein das erste Dienstjahr überwunden, batte er sich zu einem richtigen snkant terrible herausgeöildet und konnte sich rühmen, das längste Strafverzeichnis in der Kompagnie zu besitzen. Da kam im Sommer 1870 die Mobilmachung der Armee. Es war der Befehl gegeben worden, Leute, die körperlich oder moralisch schlecht qualifiziert waren, dem Ersatzbataillon zu überweisen, und so wurde Karfunkelstein, der nach beiden Richtungen hin stark belastet war, dazu verurteilt, in der Garnison zurückzubleiöen. Der Kompagniechef und. die anderen Vorgesetzten Karfunkelsteins hatten erwartet, daß diese Entscheidung seinen Wünschen durchaus entsprechen würde, aber sie halten sich in ihm geirrt. Karfunkelsteiu wollte mit in Leu Krieg ziehen, er wollte kämpfen und sich Lorbeeren erringen; aber alle lachten ihn aus. Nachdem .er vergeblich bei seinem Unteroffizier und dem Feldwebel darum gebeten hatte, mitaehen zu dürfen, kam er zu mir, der ich als jüngster Leutnant in der Kompagnie stand, und bat

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