Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 3 (März 1918)
- Date
- 1918-03-01
- Page
- None (sequence 1)
- Language
- German
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Die Ansprachen bei der Trauerfeier für IustLzrat vr. Maximilian chorwitz. (Sonntag, den 11. November 1917 im Rheingold.) Geh. Jnstizrat Cassel: Begehrte Trauerversammlung! Zur Feier des Gedenkens unseres so sehr verehrten und geliebten, unvergeßlichen Justizrats Dr. Maximilian Horwitz haben wir uns hier heute vereinigt. Das Wirken und Wesen des Entschlafenen, sein hohes Walten wird unser Freund, Geheimer JustizraL Or. Fuchs, der aufs innigste mit ihm verbunden, Jahrzehnte hindurch mit ihm gemeinsam geschaffen und gestritten hat, uns vor Augen führen. Mir, meine Verehrten, -gestatten Sie, den Gefühlen' Littern Schmerzes, tiefen Kummers Ausdruck zu geben, welche -allüberall in deutschen Landen in den Kreisen des Verbandes der deutschen Juden herrschen über den Verlust, den der Verband durch das Dahinscheiden seines langjährigen Führers erlitten hat. Ja, dieser Schmerz, er nagt an uns, er will sein Recht, er beherrscht unser Inneres und in uns emporringend erhebt er sich zur lauten Klage. So ertönt in uns der Ruf, den einst" unsere Väter anstimmten: Klagt, Kinder Israel, klagt rit lautem Schmerz! Euer Freund, euer Führer ist nicht wehr! u Ja, unser Führer ist dahin, der Mann, der diesen Verband der deutschen Juden, die Organisation fast der gesamten Jndenheit Deutschlands stnitbegründet hat, von vornherein an seiner Leitung hervorragend beteiligt war und nunmehr seit so vielen Jahren in erster Reihe miss' der unbeugsamen Kraft seines Willens, mit fester, zielsicherer Haud, mit den glänzenden Gäben seines Geistes und Herzens, mit seiner ganzen, leLenssrischen und lebenquellenden Persönlichkeit uns, immer den Blick nach aufwärts gerichtet und immer in fester Zuversicht auf Erreichung des Ziels, in treuer Liebe zu unserem Vaterlande und in stolzer Treue zu unserm heiligen Glauben die Bahn -gewiesen hat. Ein Mann von solchen Gaben, von solcher sittlichen Reinheit, von solchem Edelsinn des Herzens, so selbstlos und aufopferungsvoll, so -geeignet, durch die untere Begeisterung, die ihn durchstromte, durch die Wärme seiner Empfindung und durch sein Beispiel, andere um sich zu scharen, er war der geborene Führer. Sein Ziel: die innere Kräftigung des Judenrums durch die Erweckung seines wahren Wertes in seinen Bekennern und die Erlangung der Gleichberechtigung für sie als deutsche Staatsbürger, hat er fest und unerschütterlich, mit kraftvoller Energie, mit weisem Bedacht und sorglicher Umsicht aufs höchste gefördert. Er war in seinem Tun stets eingedenk der Worte Gottes aus unserer Heiligen Schrift: s’pvnaf? ton sx »‘cifyn vwsn ,c^> wu 2'2 np1» '2 n'saün D2 . denn eine gute Lehre gab ich euch,- verlaßt diese meine Lehre nicht, ein Baum des Levens