Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1918)
- Article
- [Ohne Titel] / J. Sch.
- Date
- 1918-02-01
- Page
- 77 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- address
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2316602-2316876-2316878--28213-2353632- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
AMsKMschr MchoßL Ttff hessifchLn ZaWkaF. 77 Len p arlamentarisHerr Kriegsersatztoahlen den Burgfrieden gewahrt, selbst dann, Denn gerade von konservativer Seite Kandidaten ausgestellt wurden, die die Liberalen im Frieden schon ihrer Persönlichkeit wegen aufs heftigste bekämpft haben würden. Als jedoch Weichstrgsabgeordneter Gräfe starb, wichen die Konservativen aus eigensüchtigem Anlaß vom Grundsätze des Burgfriedens, der ihnen bisher zugute gekommen war, ab und wollten von der Kandidatur der Antisemiten nichts wissen. Diese Wahl soll, so schrieb die „KreuzZeüung", zu einem Prüfstein der Volksstimmung für oder gegen den Verzicht» -frieden werden. Selbstverständlich waren nun auch die andern Parteien nicht mehr an den Burgfrieden gebunden, und Fortschrittler und Sozialdemokraten beteiligten sich am Kampf um das Mandat. Herr von Tirpitz lehnte klugerweise die Kaudi». datur ab, die ihm von den Konservativen und Anhängern der Vaterlands Partei (die sich nach ihrer Versicherung nM innere Politik und Wahlen nicht kümmern will!) angetragen wurde. Das Ergebnis der von den schließlich vereinigten Antisemiten, Konservativen und Vaterlandsparteianhängern mit großen Mitteln betriebenen Wahlagitation war, daß in der Stichwahl der Sozialdemokrat lihlig gewählt wurde. In dem Bundesstaat, der dem Ideal der Konservativen, Antisemiten und der Vaterlandspartei am meisten entspricht, sind nun sämtliche Reichstagswahlkreise rot vertreten. Die Schlußfolgerung liegt auf der Hand. Wir aber freuen uns, daßaus dem Königreich Sachsen nun auch der letzte antisemitische Reich,tagsjrbgeordnete gefegt worden ist, und sagen den Konservativen Dank für ihr burgunfriedliches Verhalten, das diesen negativen Erfolg veranlaßt hat. I. Sch. m Antisemitische Vorstöße im hessischen Landtag. $lmt 26. Oktober 1917 wurden im hessischen Landtag dort Mauerndündlern unter Mißachtung des Burgfriedens Angriffe gegen Juden gerichtet, die wir in einer Vriefkastennotiz des Aovernöerhestes bereits gestreift haben. Inzwischen sind wir in. den Besitz des amtlichen Verhccndlungsberichtes gelangt, und wir, können gründlicher darauf eingehen. Der Aög. B ä h r hat in jener Sitzung darüber Beschwerde geführt, daß anläßlich der Erhöhung der Fleischrarion, als nicht genügend Vieh geliefert wurde, die Viehkommissionäre in die Ställe gegangen seien und auch hoch trächtig es Rindvieh weggeführt haben.- Er wiederholte hierbei die Worte eines Abgeordneten vorn Lage Zuvor, daß diese Herren besser in den Schützengräben aufgehoben, daß.sie aber zum 'sogenannten Wohl des Landes reklamiert seien- Die sachlichen Angaben wollen wir ohne nähere Untersuchung als richtig voraussetzen, obgleich auf den Wunsch Zeines Regierungs- Vertreters, ihm diejenigen Ställe, in denen hochträchtiges Vieh Zur Schlachtung weggeführt worden sei, anzugeben, Herr Mahr