Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1918)
- Article
- [Ohne Titel] / J. Sch.
- Date
- 1918-02-01
- Page
- 75 (sequence 5)
- Language
- German
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Umschau. 75 er auch beit Fixrsten Li chnowski als alijü bischen Propagandisten kennzeichnet: Zn diesem 'gleichen Sinne hielt, und noch dazu zum ®e<« burtstage des Deutschen 5chaisers, im Jahre 1914k der damalige deutsche Botschafter zu London, Fürst Lichnowskr, seine Nede/d-aß das Nationale nur eine zu überwindende Vorstufe des MenschlichkeiLsgefühles sei und so betrachtet werden, müsse. Diese Rede war Propaganda für den all jüdischen Gedanken. Wir sagten: noch dazu am Geburtstage des Deutschen Kaisersdenn der Alljude ist, und ebenfalls a priori ein Gegner des monarchischen Gedanken Soll man den ©mfenj .trotz seinem Vornamen ernst!nchmeu? Recht amüsant ist es auch, daß Graf Reventlow in seinem zweiten Artikel „die erstaunte Frage" aufwirft, „ob und weshalb es ein Verbrechen sei: von Alljuden und AlljudisrnuZ zu sprechen, während seit drei Jahren die Vertreter und bewußten wie unbewußten Anhänger des Alljudentums eine nicht gerade sehr lautere, aber um so intensivere und geräuschvollere Hetze unter dem Titel „Alldeutsche" unterhalten". Den Unterschied sieht der Graf aus seinem Kellerdunkel nicht. Und obgleich er selber ein Alldeutscher ist, hat er vollständig vergessen, daß sich diese Gruppe von Schadlingspolitikern selber und mit Stolz „alldeutsch" genannt hat. Und damit kommen wir zum Ausgangspunkt unserer Betrachtungen zurück: Schämen sich die Alldeutschen jetzt ihres Namens? Das wäre der erste Schritt zur Besserung, wenn die Scham echt' wäre. Sie ist aber nur taktischer Art. Doch auch dann kann man zufrieden sein: denn sie ist das Eingeständnis, daß es den Alldeutschen trotz den verschiedenen Masken nicht gelungen ist, im deutschen Volke Vertrauen zu erschleichen. Wenn die umgekehrten Geusen jetzt drohen, als Vergeltung sich auf den alten antisemitischen Str-eitgaul zu setzen, so ändert dies an der tatsächlichen Lage gar nichts,- denn die Alldeutschen sind schon seit langer Zeit Antisemiten, auch wenn sie es offiziell leugnen. Gerade dieser Umstand hat uns ja veranlaßt, den alldeutschen Antisemitismus -als den zur Zeit gefährlichsten in den letzten Nummern unserer Zeitschrift in den Vordergrund zu rücken und dieses Geschwür am deutsche^ Körper so hell, als es uns möglich ist, zu beleuchten. * Was m'an früher mit den Worten „Philosemit", ,,Judenknecht" belegte, wird jetzt, der Weisung des ernsten Grafen folgend, von den Alldeutschen ,,alljüdisch" genannt. Gegen dieses Wort hat eine „beachtenswerte Seite" in der schwerindustriellen „Deutschen Zeitung" (darf man dieses führende . Berliner Blatt der Alldeutschen auch nicht mehr all-