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Im deutschen Reich · 1918-02-01 · Heft 2 (Februar 1918) · p. 70

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 2 (Februar 1918)
Article
Die Juden und der moderne Kapitalismus
Date
1918-02-01
Page
70 (sequence 5)
Language
German
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70 Fm Derschen Rerchz nehmers spielt der Fremde eine überragend große Rolle ,,, Die Ausgewanderten sind .... gerade Liejenigen Wirtschaftssubjekte, .die wir in zahlreichen Fällen als die Begründer und Förderer kapitalistischer Organisation ansehen müssen." Ausschließlich, von diesem Gesichtspunkt aus behandelt er daher nunmehr die Rolle der Juden und ihre große Bedeutung in der Entwicklung der modernen Wirtschaft. Er führt sie nunmehr auf vier Punkte zurück, in denen sich ausschließlich ihr äußeres Schicksal spiegelt, nämlich auf ihre räumliche Verbreitung, ihre Fremdheit, ihr tzalbbürgertum und ihren Reichtum. Dazu komme noch ihr Geldleihertum. Dagegen fehlt völlig jener Gedanke, der die Seele seines Buches über die Juden und das Wirtschaftsleben gewesen war. Die jüdische Religion bleibt nunmehr ganz aus dem Spiele. Run erscheint sie nicht mehr als die religiöse Ausprägung des kapitalistischen Geistes und nicht mehr als dessen Wurzel, Judentum!und Kapitalismus sind nun auch bei Sombart nicht miteinander Identisch. Sehr zurückhaltend äußert er sich nun sogar zu den Ergebnissen und Forschungen von War Weber und erklärt: „die ganze Fragestellung, ob ein bestimmtes Religionsbekenntnis eins bestimmte Wirtschaftsgesinnung erzeugt habe, scheint mir nicht glücklich". Er macht das Ketzer rum als solches, nicht die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religio n s g e m e i n s ch a s L für die Entstehung des kapitalistischen Unternehmertums verantwortlich, und zustimmend verzeichnet er ein denkwürdiges Wort des großen englischen Arztes und Volkswirts Sir William Petty (1623—1687), das mit einem Schlage uns die jüdische Wirtschaftsgeschichte erklärt: „Der Handel liegt in allen Staaten und UnterjederRegierungindenHändenderhetero» doxen Partei und solcher, die eine andere, als die öffentlich anerkannte Meinung vertreten; lalso in Indien, wo die mohammedanische Religion anerkannt ist, sind die Hindus die bedeutendsten Kaufleute, im türkischen Reiche die Juden und Christen, in Venedig, Neapel, Livorno, Genua und Lissabon die Juden und Nichtpäbstlicheu. Selbst in Frankreich sind die Hugenotten verhältnismäßig viel stärker im Handel vertreten, während in Irland, wo die katholische 'Religion nicht vom Staate anerkannt ist, die Anhänger dieser Religion einen großen Teil des Handels in den Händen haben. Woraus folgt, daß der Handelsgeist nicht mit irgendeiner .Religion als solcher zusammenhängt, sondern mit der Heterodoxie als Ganzem." Ausdrücklich behauptet jetzt Sombart nur noch, daß, die Juden in dem geschichtlichen Augenblick, als der Kapitalismus sich zu entfalten beginnt, bereits mit einer Fülle von Sigeinschaften rrusgestattet waren, die sie geeignet machten, bestimmend in den

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