Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1918)
- Article
- Die Einheitsfront
- Date
- 1918-02-01
- Page
- 56 (sequence 6)
- Language
- German
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Im Deutschen, Reichs unser Ministerium des Aeußeren darstelle And die Fühlung mit den Juden der Mittelmächte zum Zwecke der Aufstellung eines einheitlichen Iudenprogramms für* die Friedenskongreßfragen nehme. Während wir noch über die Dinge berieten, war der Gedanke, die jüdischen Organisationen der Mittelmächte zu einem gemeinsamen Vorgehen zu .vereinigen, inzwischen noch von -anderer Seite -.aufgenommen. Or. James Simon lud zu einer Besprechung auf den 30. November 1917 ein, um mit den Glaubensgenossen der Mittelmächte zur Herbeiführung eines einheitlichen Vorgehens bei den künftigen Friedensverhandlungen Fühlung zu nehmen. Auch hier bestanden zuerst im Schoße des vorbereitenden Komitees große! Differenzen darüber, ob und inwieweit die Zionisten zuzuziehen seien. Der Vorstand des Centralvereins hat mit Nachdruck darauf bestanden, daß der Ausschluß der Zionisten in dieser Frage nicht zu billigen sei. Dieser Gedanke hat sich, durch^- gerungen, und es ist eine Vereinigung jüdischer Organisationen Deutschlands zur Wahrung der Rechte der Juden des Ostens geschaffen worden, in welcher die Vorsitzendere des Centralvereins im Geschäftsführenden Ausschuß mitvertreten sind. Zum Vorstände dieser V. j. O. D. sind die Vorsitzenden des Hilfsvereins, des Verbandes und des Ostkomitees (Dr. Simon, Geheimrat Cassel, Professor Oppenheimer), ials Geschäftsführer die Herren Dr. Nathan und Dr. HanLke gewählt worden. Es sind Dezernate für die oswanische, rumänische, polnische und littauische Frage geschaffen worden und hierfür Referenten aus den verschiedenen Lagern gebildet. Damit sind zum ersten Male sämtliche jüdische Organisationen vereinigt (es ist zu erwarten, daß die Agudas Iisroel und die Freie Vereinigung den ihr offengehaltenen Beitritt erklären werden). Wir begrüßen diese Schaffung der V. j. O. D» mit um so größerer Genugtuung, als schon in meinem Artikel „Glaube und Heimat" daraus hingewiesen ist, daß in de? Ostjudenfrage eine bedauerliche Zersplitterung der Kräfte stattsinde, und daß ein Zusammengehen der Organisationen in dieser Frage der äußeren Politik dringend notwendig sei, ohne daß die prinzipiellen Gegensätze im Innern verwischt würden. Wenn in einer alle berührenden Frage die Führer der verschiedenen Organisationen gemeinsam Hand in Hand arbeiten, so wird auch in den Fragen, in denen eine verschiedene Weltauffassung besteht, verhütet werden, daß die sachliche Gegnerschaft zur persönlichen Feindschaft wird, und es werden die notwendigen Auseinandersetzungen lediglich sachlich, mit den Massen des Geistes geführt werden.