Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1918)
- Article
- Aufruf! / Fuchs
- Date
- 1918-02-01
- Page
- 50 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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50 Im Qcutf'.t'cn NeiHi 25 Iahrs waren am 5. Februar 1918 seit Begründung des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens verflossen. Unermüdlich ist in diesen Jahren an der Hebung der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lage der deutschen Juden gearbeitet worden. Manches ist erreicht, mehr verhütet und vieles bleibt noch! zu erreichen übrig. Aus kleinen Anfängen hat sich der Centralverein zu seiner jetzigen Blüte entwickelt. Seine Mitgliederzahl ist einschließlich Der ihnn angeschlossenen Körperschaften auf 200009 gestiegen. Ständig hat sich das Arbeitsgebiet des Centralvereins vergrößert. Die Bearbeitung Wirtschaftlicher Fragen hat einen großen Umfang angenommen. Die Bedeutung einer guten Literatur ist immer mehr in den Vordergrund getreten. Das Gebiet der Berufsberatung ist zu einer Aufgabe des Centralvereins geworden. Was die Zukunft bringen wird, wissen wir nicht. Was sie auch bringen möge, wir haben die Pflicht, gerüstet zu sein. Ist der Krieg beendet, so beabsichtigen wir, unsere Zeitschrift häufiger und ausführlicher erscheinen zu lassen, ihre unentgeltliche Verbreitung in allen Kreisen der Interessenten zu sichern und auch sonst durch Wort und Schrift dafür zu sorgen, daß die vielen Unwahrheiten, welche vor und während des Krieges über die Juden verbreitet wurden, in nachdrücklichster Weise widerlegt werden. Der Krieg hat gezeigt, daß nur solche Organisationen, die fest und geschlossen! dastehen, imstande sind, zu leben. Wir müssen unfern Verein jausöauen, seine Organisation stärken und dahin wirken, daß auch der letzte Deutsche Jude Mitglied unseres Vereins wird. Die Arbeitskräfte sind vorhanden. Um die Arbeiten sachgemäß durchführen zu können, bedürfen wir eines Iubiläumssonds, der die Fortführung der Tätigkeit des Centralvereius für künftige Fahre gewährleisten soll. Wir fordern unsere Landesverbände, Ortsgruppen, Mitglieder und alle deutschen Juden stuf, zu diesem Fonds beizutragen. Wir wissen, unser Ausruf wird nicht unerhört verhallen. Jeder gebe nach seinen Kräften. Wir kämpfen nicht um eine bevorrechtigte Stellung der Juden, wir kämpfen für die Durchführung des uns nach Gesetz und Verfassung Gewährleisteten: für die Gleichberechtigung der Zudercheit, für die GleiWewertung des Judentums. Dteiven wir einig, treu und opferwillig, so wird der Sieg unserer gerechten Sache gewiß sein.