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Im deutschen Reich · 1918-01-01 · Heft 1 (Januar 1918) · p. 39

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
24 (1918)
Issue
Heft 1 (Januar 1918)
Article
Taufen als Lösung der Judenfrage
Date
1918-01-01
Page
39 (sequence 2)
Language
German
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Zeitu iigsfti ntmeit.- 39 ■gtoiten umnebelt. Er tft umso gefährlicher, öX§' seine Herrschaft eine in -der Gesetzgebung nicht begründete, rechtswidrige Tatsächlichkeit ist, die ihre Kruft aus dem preußischen Konservativismus und seiner PerwalLungspraxis saugt. Für die Verfassungsgesetz g e bn n g Preußens und des Reiches, die auf den 'Gedanken von 1789 und 184$ beruht^ gibt es keine Rassen-- frage und deshalb auch keine Judenfrage. Sie kennt keinen OualitäLsunterschied zwischen den Angehörigen^ der Religionen und Rassen, soweit sie Reichs-- und Staatsangehörige sind. Jeder Brauch, der hiergegen verstößt, ist rechtswidrig» und deshalb ist der Kampf der deutschen Juden nichts andres als ein Kampf ums Recht und zwar' nicht um ein erst zu schaffendes, sondern um die Anwendung bereits bestehender Gesetze gegen die bewußte Rechtswidrigkeit einer brutalen Verwaltnngspraris. Das sind Binsenwahrheiten; aber Trützschlers Vorschlag lehrt, daß sie immer wieder gesagt werden müssen. Denn worauf anders läuft er hinaus als auf die lückenlose Durchführung des mittelalterlichen Satzes: cuins regio illius religio? Wenn Deutsche mit gutem Gewissen Mitbürger andrer Rasse oder Religion zurücksetzen wollen, so müssen sie schon die Reichs- und Staatsgrundgesetze ändern.- Solange ihnen das nicht gelingt, — und es wird nicht gelingendie Weltgeschichte läuft nicht zurück —- und so lange die Zurücksetzung andauert, solange ist das Streben der deutschen Juden nach Gleichberechtigung nicht ein Streit um den Glauben, sondern um die Anwendung eines Rechts, das sie mit der göttlichen Gerechtigkeit im Einklang wissen. * Zu der Kontroverse zwischen Herrn von Trützschler-Falkenstein und Walter Rathenau hat auch der bekannte Kunstschriftsteller Karl S ch e f f l e r Stellung genommen („Glaubenspolitik" im Oktoberheft 1917 der Menen .Rundschau"). Mit den Ausführungen Schefflers beschäftigt sich nun wieder Martin Buber in der Monatsschrift „Der Jude" (Rovember 1917) unter der kennzeichn nenden Reberschrift „Der Preis", Auch Karl Scheffler hält es für zweckmäßig, daß die Juden vor eine Entscheidung gestellt werden, von deren Ausgang es abhängen soll, ob ihnen die vollkommene! Gleichberechtigung gewahrt werde. Sie. sollen einen Beweis ihres guten Staatsbürgertums (jetzt im Kriege! Die Red,) vor der Ration und vor 'sich, selbst erbringen, Buber führt nun hierzu aus: Also Bekehrung zum Christentum ist es nicht, was er (Scheffler) zur Bedingung für den Eintritt der vollkommenen Gleichberechtigung machen möchte, Sondern es ist die richtige Beantwortung zweier Fragen. „Die Fragen, die jeder Jude sich klar und? unzweideutig beantworten muß, lauten: wenn ich! ganz unbedingt ein Deutscher sein will, so muß ich In gewisser Weise aufhören, ein Jude zu?' sein, 'das heißt, an die übernationale Rassenkrast des Judentums zu glauben — kann ich; das?' oder so: darf ich mich innerhalb des deutschen Volkes noch als Angehöriger eines andern Volkes fühlen? Rur wenn die erste Frage bejaht, die zweite verneint wird, kann es zu einer vollkommenen Gleichberechtigung kommen." Der Grnndirrtum^Schefflers besteht in der Verquickung der Begriffs Staat und Ration. Die vollkommene Gleichberechtigung gebührt allen rechtschaffenen Bürgern des Staates, nicht aber darf sie von

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