Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1918)
- Article
- Goldhandel
- Date
- 1918-01-01
- Page
- 14 (sequence 3)
- Language
- German
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14 Im Deutschen Reich. scheu Münze Geltung zu verschaffen. Das deutsche Geld wurde meist zurückgewiesen, es sei denn, man zahlte in Gold. Auch fetzt noch will der Bauer seine Erzeugnisse nur gegen Bezahlung in Gold abgeben. Es ergibt sich nun von selbst, Latz der polnische Jude, dem unter russischer Herrschaft fast ausschließlich Nur der Handel erlaubt war, und der daher in erster Reihe für die Warenbeschafsung und ihre Heranführung zum .Weiterverkauf in Betracht kommt, bei der Geldbeschaffung besonders stark beteiligt fein mußte. Noch ein anderes Moment ist als Ursache für den Goldankauf durch polnische Juden in Betracht zn ziehen. Die deutschen Behörden in den besetzten Teilen Polens verlangten hn vorigen Jahre für das zur Mazzothbereitung freizustellende Mehl Bezahlung in Gold. Wenngleich die Behörden hierin Entgegenkommen zeigten und sich auch mit weniger Gold zufrieden gaben als ursprünglich verlangt war, so mußte doch eine Summe in Gold anfgetrieben und mit einem sehr nennenswerten Aufschläge bezahlt werden. Die Behörden fragten nicht, woher die Juden Las Gold haben, wo und wie teuer sie es erkauften, sie waren zufrieden, der deutschen Reichsbank Gold Zufuhren zu können. Und endlich noch ein wichtiger Grund für den Goldankauf. Jedermann an der deutsch-polnischen Grenze, jeder, der Einblick in die zurzeit in Polen herrschenden Verhältnisse hat, weiß es, Laß die Gebühren für die. von den Behörden gewünschten Zeugnisse, Pässe, Grenz ans weise ufw. „tunlichst" in Gold zu zahlen sind. Mir wollen dieses unerfreuliche Kapitel nicht weiter ausspinnen, wollen auch gern zugeben, daß Len deutschen; Behörden kein sachlicher Vorwurf gemacht werden kann, denn sie Handeln aus einem starken deutschen Interesse, in bester Absicht, ans vaterländischen Beweggründen. Je mehr Gold sie der Reichsbank znführen, um so besser haben sie für Deutschlands wirtschaftliche Krafü gesorgt. Aber es ist doch nun einmal so, daß der polnische Jude, der nach der wirtschaftlichen Struktur des Landes, für all diese Dinge vorwiegend in Betracht kommt, nun für Gold zn sorgen sich verpflichtet halten muß, und es ist unrecht, ihm Ms seiner Notlage einen Strick zu drehen. * Man kann dem Schreiber des Nowiny-Artikels schwer den guten Glauben zuerkennen, ihm müssen die Verhältnisse! bekannt sein, er hätte aus den Tatsachen, die er selbst berichtet, schon den wahren Sachverhalt schließen können. Erzählt er doch selbst, daß polnisch-jüdische Goldankäufer in Hamburg ertappt seien. Die Hafenstadt als Schauplatz des Geschehenen beweist allein schon zur Genüge, daß es ficft, um die Heranschaffung von Gold ans dem A u s l a n d, dem Deutschland feindlichen und dem neutralen, handelt. Man kann ohne