Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 24 (1918)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1918)
- Article
- Die Juden und der moderne Kapitalismus
- Date
- 1918-01-01
- Page
- 12 (sequence 9)
- Language
- German
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12 Im Deutschen Reich: oder Kapitalist. Daher gelingt es Brentano auch leicht, den Lberzeugenden GegenbeNeis zu. führen, wombart gibt denn auch offenherzig zu, weshalb er allen Zeugnissen der Quellen zum Trotz schon in der ältesten Zeit den Juden zum Kapitalisten stempelt. „Wenn es anders gewesen wäre, wenn Israel auch nur im Sinne des Orients ein „ackerbautreibendes" ■‘Sol? igewesen wäre, so würden wir die Entstehung und erste Gestaltung des jüdischen Religionssystems nimmermehr verstehen können." Rach, dieser vorgefaßten Idee also, nicht nach den Zeugnissen der Tatsachen modelt er den Gang der Geschichte. Sein Verfahren rechtfertigt Brentanos hartes Urteil über sein Buch. Er nennt es „eine der betrüblichsten Erscheinungen auf dem Gebiete dep deutschen Wissenschaft. Das Buch ist voll der Frivolitäten eines sich als Uebermensch fühlenden Heber» mutigen, der die Seifenblasen seiner Laune dem durch, Geistreicheleien verblüfften Leser mit souveräner Verachtung ins Gesicht bläst und dazu von ihm verlangt, daß er seine Einfälle als „unwiderleglich richtige" wissenschaftliche Sätze annehme." (Schluß folgt.) & „Go!dhandel<!. In einem inländischen polnischen Blatte, der in Oppeln erscheinenden „Nowiny“, war in der Nummer vom 23. Oktober 1917 ein Artikel veröffentlicht worden, der einen schmählichen Vorwurf gegen die Juden erhob. Es wird da berichtet, daß in der Nähe der polnischen Grenze und in Hamburg Juden angehalten worden seien, die größere Summen Goldes aufgekauft und nach Polen hinüberzubringen versucht hätten. Gold, das ins Inland kommt, gehört, das weiß jedermann, in unserem deutschen Interesse in die RAchsbank, und wer es dieser Bestimmung entzieht, gerät naturgemäß in belastenden Verdacht. Heber, die Gründe dieses Goldschmuggels zirkulierten, so führt das polnvche Blatt aus, allerhand Gerüchte; eines dieser Gerüchte besage, daß es sich, um den Transport des Polnischen Nationalschatzes aus der Schweiz über Deutschland nach Polen handele, und daß diese Gelder dort Zwecken dienen sollten, die den Mittelmächten schaden. Das Blatt weist dieses Gerücht ins Reich der Fabel, aber — und nun lammt das Unentschuldbare — es begnügt sich nicht mit dieser Zurückweisung, sondern erklärt die Bewandtnis dieses Goldtransports folgendermaßen: Die Juden kaufen das Gold auf, sie kennen den Wert des Goldes, sie zahl-ri dafür 300()/<y und mehr und wozu? Natürlich, für besondere jüdisch» Zwecke! Gewiß bereiten, so wird ausgeführt, die Juden in Polen eine