Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1917)
- Article
- Alldeutsch oder international
- Date
- 1917-12-01
- Page
- 506 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2316602-2316864-2316875-2353219--28004-2353297- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
506 Zm Deutschen ^cid)'.: £i>]itmv5tuu')ut})Cit und Gedankengängen zugänglich ist, kann heute nicht entschieder: werden. Wenn aber den Alldeutschen, was ja Friedrichs Worte vermuten lassen, ernsthaft auch an jüdischer Gefolgschaft liegt, so müssen sie zunächst einmal die Wege dadurch freimacheu, daß sie die heute klar erkenntliche Verknüpfung des nationalen Gedankens mit gemeingefährlicher, antisemitischer Hetze aufheüen. Wir Inden werden Bernstein zu Gefalle:: ganz 'gewiß nicht in der: Bahner: der unabhängigcuSozialdemol'ratüe gk'gen unser deutsches Vaterland arbeiten; wir Werder: ebensowenig dem Ntldentschturr: zr: Liebe uns in ein überpatriotischcs Fahrwasser lenken lasser: und in: chauvinistischen Neberschäumen unseren Beruf entdecken. Wir werden den ruhigen und sicherer: Weg in deutschen Dingen gehen, den uns unser Genüssen vorschreibt. Dennoch ist aber einmal vonnöten, auf die frivole Leichtfertigkeit des Juden Bernstein zu verweisen, der für sein von allen Seiten als vaterlandsfeindlich gebrandrnarktes Treiben dern Judentum die Verantwortung zuschreiben möchte, und ebenso notrvcndig ist es, auch einmal die Heuchelei auf alldeutscher Seite zu kennzeichnen, die Gründe für ihre, auf die niedrigsten Instinkte des Pöbels spekulierende judenfeindliche Politik aus jüdischen Stirnrnungcn abzuleiten sucht. Denn diese Taktik erinnert gar zu sehr an die Leistungen der nunrnehr hoffentlich für ewig entschlummerten „schwarzen Hundert" in Rußland. F. G. * R a cf) s eh r i f t d e r N e d a k t i o u. Irr zwischen ist uns Heft 7 vor: „Deutschlands Erneuerung" zugegangen, das einer: Artikel „Bild der Lage" enthält, der in seiner meterlangen Ausdehnung fast ein. einziges beschimpfe gegen die Inden ist. Es ist umnöglich/ irgendwie sachlich oder auch nur eingehend dieses .Elaborat zu untersuchen-! denir diese Schlange hat nicht einen, sondern viele Köpfe, die mau hintereinander Abschlägen wüßte. Es fehlt uns au Feit und au Raum. Darum nur einige Stichproben. Es wird von der;,von undeutscher Seite befürworteten Parlamentarisiernug" gesprochen und hinzugesügt, „niemand wird leugnen (!), daß die alljüdische Presst sie am lautesten und eigensinnigsten fordert". Ter Verfasser wehrt sich grundsätzlich dagegen, daß Juden „uns eine vornehmlich ihren Belan gendienen depolitis che Formaufzwingen wollen; dazu haben sie zuviel Verwüstungen auf geistigem und wirtschaftlichem Gebiet bei uns ungerichtet- und daß sie die Massen auf die mechanische politische Freiheit Hetzen, kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß sie ihnen die Wi r t s ch a f t li ch e gründlich st b c f 0} n i 11 c «t habe n". Man glaubt hier einen halbgebildeten Gedankenstsannnler h, la Ahlwardt zu hören. Die Tätigkeit der Mehrheitsparteien (die für die politische Freiheit des Volkes kämpfen), wird mit der allgemein verbreiteten mmter i ali stis chen (!) Geistesrichtung in Zusammenhang gebracht; das' klingt ähnlich/ wie wenn etwa Rumänen oder Serben den Deutschen Unkultur und Barbarentum: vorwerfen, indem umgekehrt ein Schuh daraus, wird«