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Im deutschen Reich · 1917-12-01 · Heft 12 (Dezember 1917) · p. 493

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 12 (Dezember 1917)
Article
[Ohne Titel] / J. Sch.
Date
1917-12-01
Page
493 (sequence 2)
Language
German
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Jlmfd&aiU 493 dort ins Reichskanzlerpalais berufen; für die Alldeutschen und Konservativen mit beut Makel behaftet, ein Zentrumsführer 'gewesen und kein Preuße zu sein, cbeufo wie sein Stellvertreter im Reichskanzleramt, der WürLtemberger von Payer, der den noch größeren Fleck auf feinem Schilde hat, der Fortschrittlichen Volkspnrtei anzugehören. Eine neue Zeit, eine böse Zeit! Das Krächzen, das Herrn von Bethmann-Hollweg umlreischt hatte von dem Tage an, an dem rer das Wort von der Neu-Orientierung 'gesprochen, (vom konmservatchen 8lbg. von Graefe in „Neu-Orieutalisiernng" umgeprägt) und dem Volke zuerkannt hat, daß es in diesem Kriege seine Gleise gezeigt habe und darum im Interesse des Staats- und Neichswohls in erhöhtem Umfang und in gerechtem Maße an den öffentlichen Angelegenheiten beteiligt werden müsse — dieses Krächzen ist durch die .Kaisererlasse nicht ftum Verstummen gebracht worden. Die nächste Periode Preußens wird durchhallt sein von einem zähen und wüsten Kampf gegen das gleiche Wahlrecht. Die Triarier Sr. Majestät wollen, sonst jedem Gefühlsüberschwang abhold, in übersließender Liebe und Treue den König gegen den — König schützen. Zu diesem Zweck behaupten sie, daß der Monarch unter einem gewissen Druck gehandelt habe, als er jene beiden Botschaften erließ, und sie sind davon nicht abzubringcn, weder durch die oben wiedergegebenen Worte der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", noch durch die Begründung der Wahlrechtsvorlage, in der ausdrücklich betont wird, daß der König in dieser bedeutsamen Frage die Führung übernommen habe. Man wird es schwerlich jemanden! gar zu übel nehmen, wenn er um seine bedrohten Rechte und Vorrechte kämpft und gegen Reformen aufbegehrt, die seine bisherige Machtstellung verringern; und wenn er sich dabei auch der allgemein politischen Notwendigkeit der Reformen verschließt und das Interesse des Staates im Schmerz um das eigene Ich vergißt — das ist menschlich, allzu menschlich. Kein Aufstieg uuterdrückter Schichten war jemals möglich ohne Kampf gegen diejenigen, die bisher allein an den sonnigen Platzen saßen und des Lebens vielseitige Gaben bevorrechtet genießen durften. Zu verübeln aber ist die Rabuliftik derjenigen, die an einem Königswort drehen und deuteln, -zu verurteilen ist der Versuch, eine scharfe Opposition gegen Krone und Negierung als eine vaterländische und monarchisch treue Tat zu frisieren, zu verurteilen ist der Mangel an Mut, offen zu bekennen: Wir werden durch die Wahlreform geschädigt, darum bekämpfen wir sie. Es tut uns aufrichtig leid, daß der König unsere historischen Vorrechte beseitigen will. Wir wehren uns dagegen! In diesem Falle können wir den: König zu unserm Bedauern nicht folgen. — Was sollen aber die „patriotischen" Wehrufe „Preußens Krone und Bestand sind bedroht!" Dieselben Muse, wurden 'gegen das. .Stein-Kardenbergsche Resorrn-r

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