Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1917)
- Article
- Nachruf
- Date
- 1917-12-01
- Page
- 492 (sequence 3)
- Language
- German
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492 Im deutschen Neich.- kommissiou für die Vereinszeitschrist 'an, und es sind' Wohl wenicse' Nunrnumn der Zeitschrift hinausgegaugen, die nicht seiner kritischen. Prüfung, seinen Ratschlägen mxb Aureguugeit diel verdanken. So wirkte er unter uns mit jugendlicher Straft unb Rüstigkeit, und als er im Kammer eine Operation Überstunden hatte, hofften wir, ihn bald mit der alten Arbeitslust unb straft nneder tu mtserer Mitte zu sehen. Es roar anders beschlossen: nachdem er sich noch einer Operation Halle unterziehen müssen, folgte er am 2.5. November feinem langjährigen Freunde, dessen Hinscheiden auch ihn schwer getroffen hat, in den Tod. Schwer ist der Verlust, den der Central-Verein erlitten hat, schwer wird cs sein, einen solchen Mann zu ersetzen; sein jAndenken luirb lange noch unter uns fortleben. Umschau. Der Krieg bereitet eine Welteinoende vor. Auch Preußen wird hiueiugezogen und soll in eine neue Periode seines Staats- und Volkslebens cintreten. ’ifm 25. Nooeruber sind, mit einer Verspätung von fast zwei Monaten, die Regierungsvorlagen veröffentlicht worden, die dem von Bismarck bis auf die heutige Zeit mit schärfsten Worten gestäupten öffentlichen imb mittelbaren Dreiklassen-W a h l r e ch t ein Ende schaffen sollen imb die ebenfalls versprochene Reform des Herrenhauses enthalten. Durch die kaiserliche Osterbotschaft und den königlichen Erlas; voin 11. Juli 1917 war beut Volk das geheime, unmittelbare imb gleiche Wahlrecht zugesagt worden. „Die Vorlage ist jedenfalls so frühzeitig einzubringen, daß die nächsten Wahlen nach denr neuen Wahlrecht stattfinden können." So hieß es in denr Juli- Erlaß; und der halbamtliche Begleittept in der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" führte aus: „Die in der Osterbotschaft zunächst offen gelassene Frage, ob die Reformvorlage neben dem direkten und geheimen Wahlvcrfahrctr ein Plural-Wahlrecht oder das gleiche Wahlrecht vorgesehen habe, ist nunmehr in letzterem Sinne entschieden. Indem der K ö n i g in freier Entschließung seinen Willen kundgibt, bekräftigt er in weithin wirkender Tat sein festes Vertrauen in unser Volk, das so Glänzendes vollbracht hat, dem so Gewaltiges auferlegt ist. Daß dieser Akt für Thron und Volk von dauerndem Heile sein wird, ist unsere feste Zuversicht." Der Erlaß vom 11. Juli war tzegeugezeichnet vom Reichskanzler Herrn von Bethmann-Hollweg. Es war sein Schwanen- 'gesang. Ihm folgte Dr. Michaelis mit bet Episode der „100 Tage", und nun sitzt der kleine Graf Hertling am.SLeuerruder, ein geübter Fährmann, ein alter Parlamentarier, vom Professorstuhl zur bayrischen Ministerprüsidentschaft und von