Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1917)
- Article
- Gedenkrede für Maximilian Horwitz
- Date
- 1917-12-01
- Page
- 489 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2316602-2316864-2316875-2353215--27981-2353280- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
CkbntTrcbc für Maximilian Horwitz. 439 werdeii, so worden unsere Söhne, wenn Gottes Gnade ihnen den Tag der Hcintt'ehr gibt, loeiter für unser Riecht kämpfen, bis es errungen t So hat er gedacht, fjct)o;jt, getobt. In diesem Sinne hat er seine .Binder erzogen. Die herrliche Tochter, der Sonnenschein seines Lebens,- ist; in der Blüte ihrer Jahre gestorben, ^ou feinem Sohne er hoffte er Me Fortführung seines Lobenswertes, Als der Krieg über unser deutsches Vaterland hercinbrach, hat er den hoffnungsvollen Sohn freudigen Herzens hergege'ben und ihm eine Gesinnung mitgegeben, bei der steine militärische Zurücksetzung ihm Opfermut Und Begeisterung dämpfen konnte. Gott hat den: Sohn, den Tag der 'Heimkehr versagt. Draußen am Chckmin des Domes ist er den Heldentod gestorben. So schwere Priisnug hat den Vater giw^lgt, aber nicht gebrochen, unb als die tückische Krankheit ihn auf das Lager warf, haben ihn die Gedanken und Sorgen an Verband und Verein immer wieder aufrecht gehalten. Wie sein Sohn in der äußersten Front, ist er als Kämpfer für Juden-, tum und Saterland in den Sielen gestorben. Draußen im männere wehrenden Schützengraben und auf blutgetränktem Brachfeld mag der Wertnnterschied der Individuen verblassen. Hier im Lande, hinter der Front gilt noch die Persönlichkeit. Sie überwindet den Staub. Hor)vitz war eine Persönlichkeit. Irr ifym verbanden sich Deutschtum unb unser geistesvertnandtes Judentum zum wahren Menschen. Noch trübt die Trancr um ihn den Blick unserer Augen, aber unsere Herzen sind stolz darauf, das; er der Unsere war. Und mut lassen Sie mich ihm .noch einmal danken, und der schwergeprüftcnj geliebten Gattin danken, die beit Boden geschaffen hat, aus der er immer neue Lebenskraft zog, um die schwere Pslichteutast zu tragen, die er 'auf sich genommen. Sie hat in herrlicher Entsagung auf dem Genuß arbeitsfreier Stunden verzichtet und den Mann der Allgemeinheit geben lassen, worauf sie ein Anrecht gehabt hätte. Meine hochverehrte, tenre Freundin, das wird Ihnen unvergessen! bleiben. 'Ihnen hat GottesiGna.de so jugendlich viel gegeben und seine Allmacht so unsäglich viel genommen, die blühende Tochter, den heldenhaftem Sohn, den zärtlichen, treuen Lebensgefährten; möge das heranblühende lEnkelkind der Sonnenstrahl Ihres Lebendsabends sein und cs glücklicher -als seine Mutter sein, in: übrigen aber ihr' gleich. Ihr Sinn ist groß und Ihr Herh ist stark; der Dank von Hnnderltansenden wird Ihnen -Trost und Erhebung sein. Dem Andenken an Ihren Gatten wollen und tsollen wir unseren Schmerz 'opfern, denn er hat nicht gewollt, dgß llvir untätig trauernsondern itilia unsere Pflicht ct> füllen. Du aber, teurer Freund, hast gekämpft von dem Augenblicke, wo wir dich riefen, bis zu dein Augenblicke, wo der Allmächtige dich riesi din ganzes Menschenalter. Sei nochmals hierfür bedankt. Auw trennen sich unsere KZege. Kann dir die Hand nicht reichen- Du teurer Kamerad! Nlrn, da der Kamps des Lebens und die Unrast der Endlichkeit von dir ,-genommen ist, drücke ich dir im Geiste die Hand zum ewigen Frieden, lAuf deinen Leichenstein wollen wir schreiben: Dieser ist ein'-Mensch gewesen- Und das heißt ein Kampfer sein. Di% Engen Juch$. * Berichtigung. In dem Bericht über die Bestattung unseres Bereinsvorsitzenden» Austizrat Dr. Maximilian Horwitz, im vorigen Heft muß es auf Sette 443 heißen: neben bau' Zorn (statt Born) der. freien Rede"- »