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Im deutschen Reich · 1917-12-01 · Heft 12 (Dezember 1917) · p. 484

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 12 (Dezember 1917)
Article
Gedenkrede für Maximilian Horwitz
Date
1917-12-01
Page
484 (sequence 2)
Language
German
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5>nt DeuWeu StcIdfj; 48 l irischen ©rftnbcn in einem Sonderdruck erst einer der nächsten! Nummern unserer Zeitschrift beilegen Jöuucn; in folgendem geben wir aber schon heute dorr Wortlaut der Gedächtnisrede die der stellvertretende Vorsitzende des Centraivcreins, ©e* heimrat Fuchs seinen langjährigen Mitstreiter für die Inter-- essen der Juden gewidmet hat. Re-e des GeheimraLs Vr. Fuchs. Dteine hochverehrtem: Damen um:d Herren! Liebe Freunde und Kollegen! Vier Wochen sind es her, daß sich dir klugen unseres Freundes 'geschlossen haben, und das; ein reich gesegnetes Leben sich vollendet hat. Als nur den: Stauda gaben, was des Staubes ist, haben Nur am: seiner Bahre gelobt, das; wir seiner allzeit gedenlen :nerben. Heute wollen wir mit der Einlösung dieses Gelöbnisses beginnen. Lassen Sie wich {im Namen der Tausende, ja Hnnderttausende, die sich inn das von ihn: geführte Banner des Eentratvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens gesehaart habcm:, ihm für fein Lebcnsmverk danken. Lasser: Sie nach ein Bild seiner Persönlichkeit gebe::, beim sein Lebenswerk ist eine Ausstrahlung seiner Persönlichkeit. Lassen Sie mich cs geben, denn ich war sein Freund und sein Kamerad. Es mag hier unter uns Manchen geben, der dmirch die Bande des Blutes eugcr mit ibm verknüpft, langer als ich mit ihmm befreundet gewesen/ in seine Alltagssorgcn mehr hineingesehen hat; aber "Niemand kamt! von sich sagen, daß er mir seinem Lebeuswcrche inniger verwachsen.' gewesen ist. - Die Trommel rief 5um' Streite/ Ich focht am: seiner Seite, Im gleichen Schritt nm:d Tritt. Das mag cs entschuldigen, wenn ich in das Bild seines Lebens auch mich aufnehme; denn ich kann mit dem Kameraden sagen: Es hat ihn fortgerissen, Er liegt vor meinen Füßen, Als wär's ein Stück von mir! Marimilian Horwitz ist am 26. November IM zu Berlin geboren. 'Im Herzen von Alt-Berlin, in der Neuen Friedrichstrahe, stand seine Wiege. Er war ein echter Sohn Bertimw! Win uitb Schlagfertigkeit, schnelles Erfassen und schnelles Zusassen, Großzügigkeit ohne Pedanterie, Ironie und Kritik, dievor den: .eigener: lieber: 'Ich nicht Halt macht und nicht bloß den Splitter im Auge des Nächstem: sieht/ ein scharfer Verstand und eine scharfe Rede, die den Unehrenhafter^ schonungslos geißelte, den Zaghaften und im Geiste Armen mit liebenswürdiger Ironie abtat: Das waren die Berliner Züge seines 'Charakters. Hinter der Maske --.von Ironie und Scherz pulsierten ein warmes Herz und eine hilfreiche Hand; daS rvaren die Erbteile feines jüdischen Vaterhauses. Sein Vater hatte ein Bank- und Prodnltengcschäft, und obwohl es nicht sonderlich groß war, hatte er durch Unbestechlichkeit und Redlichkeit seines Wesens sich solcher Achtung und Wertschätzung erfreut, daß er zum Schiedsrichter und vereideten Sachverständigen an der Börse berufen wurde. Die Mutter hat er früh verloren, Maximilian war ihr viertes und jüngstes Kind. Ihr Bruder, der Rabbiner Wolf Feilchenseld aus Posen, und der Vater haben iden Kindern viel von der Feinsinnigt'eit und Liebenswürdigkeit: ihrer Mutter erzählt. Sie starb wenige .Jahre, nachdem ihr zärtlich geliebtes jüngstes Kind auf die Horwitzsche Knabenschule der jüdischen Gemeinde gekommen war. An der Schwester, der späteren Frau unseres unvergessenen Kollegen Ti kt in, hing er mit besonderer Liebe. Ächon

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