Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 11 (November 1917)
- Article
- Theodor Mommsen
- Date
- 1917-11-01
- Page
- 456 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2316602-2316864-2316874-2352980--27831-2353132- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
4 ^6 Sm Deutschen 'ücldjj fcfjitiifi weit besser als Herr Stöcker begriffen hat, warum dem germanischen Metall für Jciue Ausgestaltung einige Prozent Israel beizusehen waren. „Die Hetze des Tages kann das Publikum nicht bannen, aber' kicksten. Dies wird hoffentlich nicht ausbleiben, und die ent^ wichene Toleranz zurückkehrerr nicht diejenige, die sich von selbst versteht, gegen die Synagoge, sondern die wesentlichere Toleranz gegen die jüdische von ihren Trägern nicht verschuldete^ ihnen als Schicksal auf die Welt mitgegcbene Eigenartigkeit. Was. über die 'Sonderstellung des deutschen Judentums im Guten wie im Bösen zu sagen ist der Geschichtsschreiber wie der Literaturhistoriker unserer Zeit kann den Gegensatznicht unerörtert lassen — dafür werden die Schriftsteller, welche in Betracht kommen, sehr wohl eine Form zu finden wissen^ die der verständige Jude hinnehmen famt.* s Mögen diese Gedanken beherzigt werden zu einer Zeih wo unser Vaterland, von Feinden umringt, die innere Einigkeit Und das gegenseitige.Verstehen so außerordentlich nötig hat!! ' So lange aber deutsche Kultur und deutsche Wissenschaft vorhanden, wird die Erinnerung an Theodor Mommsen in den Kerzen alter Deutschen sortleben. Briefe aus dem Felde. Lieber Centralverein! Ich stehe seit Kriegsbeginn im Felde und war genötigt, meinen Bedarf an geistiger Anregung in der Hauptsache aus der Feldbuchhandlung zu beziehen. So habe ich denn den Entwicklungsgang dieser segenswerten Schöpfung ziemlich verfolgen können, von Ullstein, dann Fischers Romanbibliothek über die Inselverlag-Klassikerausgaben .und die Deutsche Bibliothek zu Borngraber, Lutz-Detektivromanen und ähnlichen, und heute nun zu unseren Modernen. Ist es nun als Zeichen der Zeit verständlich, daß man kein Werk unserer Tagesschriftsteller zur Hand nehmen kann, in welchem nicht ein Jude in der oder jener Gestalt hereinspielt, so ist es doch immerhin recht merkwürdig, daß' es gerade Schriftstellern jüdischer Herkunft vorzugsweise Vorbehalten ist, ihren Lesern ein Zerrbild der Juden vorzuführen. Die Darstellungen von Landsberger sind wohl Allgemein zur Genüge bekannt, aber auch Schilderungen wie von Max Bro in „Jüdinnen" oder Iacobys „Judas" sind' keinesfalls dazu angetan, der deutschen Iudenheit Sympathien bei ihren andersgläubigen Brüden: zu erwecken. Und doch schöpft heute ein großer Teil des deutschen Volkes seine