Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 11 (November 1917)
- Article
- [Ohne Titel] / J. L.
- Date
- 1917-11-01
- Page
- 448 (sequence 4)
- Language
- German
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448 Im Deutschen Reich, mittelwuchcrer ihr Wesen und Unwesen treiben, zur Empörung der Christen auf der einen und der Juden auf der anderen Seite. 'Haben doch die Juden unter diesen: schimpflichsten Wucher eure schwersten zu seufzen, die Juden, die fast alle Stadtbewohner sind, mit der Lebensmittelcrzengung nichts zu tun haben, und unter ihrer Verheimlichung, Verschiebung, tünstlichen Verteuerung mit am meisten zu leiden haben. Glückauf und Waid mannsheil zur Jagd auf diese Blutsauger, die sich von unseren: Hunger 'masten, an unserer Not sich bereichern; aber fragt nicht, ob sie Christen sind, deren das Christentum sich schämt, ob sie Juden sind, die unsere Judenheit verabscheut. Sie der einen oder dtzr anderen Glaubensgemeinschaft zum Korwurf machen, ist fast mehr noch töricht als .ungerecht. I. L. & Wahlkampf im Burgfrieden. Der antisemitische 9>eichslagsabgeordnete Grafe ist, l>0 Jahre all, gestorben. Cr hat seit IS1.):i den sächsischen Wahlkreis Bautzen-Kainenz ununterbrochen im Reichstag vertreten. Während er in den er fielt zehn Jahren diesen Wahlkreis gleich im ersten Wahlgang erobern konnte, mußte er sich von 1003 ab stets einer Stichwahl unterwerfen. Bei der letzten Wahl 1912 erhielt Gräfe 13 351, der sozialdemokratische Kandidat 11-11.'!, der sortschrittliche Kandidat 7889. stimmen. In der Stichwahl siegte Gräfe mit 17139 Stimmen? über den Sozialdemokraten, der es. auf 15 099 Stiinmen brachte. Gräfe war als Antisemit und rühriger Versammlungsredner nicht gerade rühmlich bekannt geworden. MS kürzlich die Deutsche Fraktion gegründet wurde und die vielerlei antisemitischen Grüppchen mit umschloß, machte Graefe die Fusion nicht mit, sondern schloß sich als .Hospitant der konservativen Partei am Cs ist nun bemerkenswert, daß die Konservativen ihren antisemitischen Freunden das Mandat abjagen wollen, noch bemerkenswerter, daß dies, in: Zeichen des Burgfriedens zunt ersten Male während des Krieges geschehen soll! Die „Kreuzißcitimg," wandte zu diesem Zweck den Trick an, die Sozialdemokraten als diejenigen, die das Wasser trüben wollen, hinzustellen. Sie schrieb „vorahnend", daß sich die Sozialdemokraten die Gelegenheit zu einer neuen Machtprobe gewiß nicht entgehen lassen werden, und da der Rechten „in diesem Wahlkreis seiner 'ganzen ivirtschaftlichen und sozialen Zusammensetzung nach die Führung zukomme", werde sie diesem (vermuteten) Vorstoß entgegentreten müssen, und so werde diese Wahl zu einen: „Prüfstein der VolkSstimmung für oder gegen den Verzichtsrieden' werden". Dieser Trick wurde aber hinfällig. Die Konservativen des. Wahlkreises, wollten gar nicht so lgnge warten, bis die"'