Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 11 (November 1917)
- Article
- Maximilian Horwitz
- Date
- 1917-11-01
- Page
- 443 (sequence 10)
- Language
- German
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Maximilian Horwitzä 443 Vaben seines Geistes -und seines Charakters gestellt. Weil ihm die laute Stimme seines Herzens und seines Gewissens sagte, daß es öffentliche Rechte nicht ohne Pflichten geben darf, hat er nie die Pflichten vergasen, die das Vaterland und die Glaubensgemeinschaft uns auferlegen. Lasset Euch durch Nichts in der Welt, nicht durch Haß und Zurücksetzung, die Liebe zum Vaterlande aus dem Herzen reißen. Denn das Vaterland ist etwas Anderes als unsere Hasser und Feinde, die in seinem Namen zu handeln glauben. Die herrliche Losung, die unser Kaiser vor wenigen Jahren den deutschen Stämmen gegeben, dir Losung „Seid tren und stolz in Eurer Eigenart", -hat er ein Vierteljahrhuu'oert den jüdischen Deutschen mit der eindringlichen Krast seiner Rede zugerufen. Seid treu denr Vaterlands und treu der Glaubensgemeinschaft! Denn „Ausharre» soll man", nach den Worten unseres größten deutschen Geistesheros, „da, wo uns mehr das Schicksal als die Wahl hingestellt." Indem er der Glaubensgemeinschaft treu war, wollte er dent wohlverstandenen Interesse des Vaterlandes an: besten dienen. Der beste Jude wird, so pflegte er zu sagen, arich der beste Deutsche sein. Judentum und Deutschtum vereinigten in ihn: sich zum wahren Menschentum. Er war stolz auf seine Eigenart, kein Anbeter und Nachläufer der victrix causa.- Ihm stand die innere Ehre höher, als äußere Ehre. Weil er nach Ehrungen nicht geizte, nichts um der Ehrung wegen, sondern nur das tat, was die Ehre verlangt, deshalb wurde er unser Führer und Freund und unsere Herzen schlugen ihm zu, ob er auch, wo es not tat, mit eiserner Hand die Zügel führte,- denn jeder von uns sagte sich, daß, waS er tat, einzig und allein durch das bestimmt war, was Ehre und Pflicht verlangte. Eine gütige Gnade Gottes hatte ihm neben dem Vorn der freien Rede auch den Geist des Witzes und des Scherzes gegeben, der die Menschen bezwingt. Anpassungsfähig an das Gebot der Stunde, hat er unbeugsam festgehalten an dem, was dem Wandel nicht unterliegen darf, was Ehre und Pslicht, Treue und Stolz, vom Menschen verlangt, dem hat er Lebensbehagen und Lebensgenuß geopfert. Er ist gefallen in den Sielen, wie sein Sohn draußen iw Schützengraben für das Vaterland. Daß er unser war, erfüllt uns mit Stolz. Ich weiß und darf es sagen, daß er an unserem Verein mit besonderer Liebe hing,- denn der Verein ist Geist von seinem Geist und Blut von seinem Blute. Die Treue, die er gelehrt und geübt, die wollen wir ihm vergelten durch Dank und Treue, Treue um Treue. Sein starkes Herz hat zu schlagen ausgehört, aber so lange der Verein besteht, und nach den Sprüchen unserer Väter ist. jeder Verein, der dem Ewigen dient, ewiglich, wird seiner in Dankbarkeit gedacht werden. Ihnen, meine liebe, teure