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Im deutschen Reich · 1917-10-01 · Heft 10 (Oktober 1917) · p. 395

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 10 (Oktober 1917)
Article
[Ohne Titel] / J. L.
Date
1917-10-01
Page
395 (sequence 2)
Language
German
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Amschau- S95 schließen, die allüberall im 'Gange sind, Laß nämlich die Friedens s e h n s n ch L der ganzen Zivilisierten Welt anfängt den Charakter einer nicht ganz unbegründeten Friedens Hoffnung anzunehmen. Wenn aber endlich der ganzen Erde der Friede beschieden sein wird, uns Juden wird er nicht lächeln. Ans steht ein Krieg nach dem Kriege bevor. Auf das blutige Ringen an den Grenzen und im Feindesland wird für uns, allem Anschein ita§, ein schweres Ringen daheim erst beginnen. Wenn die Waffen ruhn, werden für uns des Krieges Stürme noch lange nicht schweigen. .Wir haben seit mehr als einem Fahre bereits wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß im antisemitischen Lager heimlich, aber mit allem Eifer mobilisiert wird. Mit zu großer Beflissenheit hat man seit .Kriegsbeginn alles, was den Antisemiten und den Alldeutschen nicht gefiel, den Juden in die Schuhe geschoben, mit zu deutlicher Absichtlichkeit, als daß man hätte übersehen können, worauf es hinausläuft. Der Reichstag nimmt eine Friedensresolntion an, die beu Alldeutschen nicht gefällt: es ist eine I ud en - R es o l u ti o n, der ganze Reichstag hat nicht das Glück, die Gunst der Antisemiten zu besitzen, es ist ein Iud en-R eichst a g , obwohl wir unter den 399 Abgeordneten kaum ein halbes Dutzend Juden haben. Ein Verständigungsfriede widerstrebt ihnen — es ist ein Iuden-Friede. Die Lebensmittelpreise erreichen eine erschreckende Höhe, flugs werden die Agrarier, die naturgemäß den Hauptvorteil davon haben, und die sich, was ihnen übrigens gegönnt sei, in der Kriegszeit bereichern, als Juden maskiert. Zu welchem Zweck? Der ,,Vorwärts" verrät es im Tone einer großen Enthüllung der überraschten Welt, ohne indes auch uns zu überraschen. Der wiedereinkehrende Friede soll alldeutsch-antisemitischerfeits durch die Inszenierung einer großen Iudenhetze gefeiert werden. Alles, was uns in der Kriegszeit geärgert, was uns verdrossen, beengt hat, das will man, zum eigenen Schutze, mit doppelter Kreide den Juden anstreichen. Die Gelegenheit ist doch so günstig. Eine ganze kampstüchtige Armee, die sonst die Sache der Juden verfechten könnte, ist ja mit den vieltausenden von jüdischen Deutschen, Jünglingen und Männern, aus den Schlachtfeldern geblieben. And hat man nicht von den zarischen Moskowitern, hat man nicht von den 'Gesinnungsgenossen in Moldau und. Walachei gelernt, wie man die Juden zunt Sündenbock machen kann? Ein echter teutscher Mann mag keinen Altrussen und Rumänen leiden, doch seine abgelegten Iudenhetzmethoden übernimmt er gern. Nur ist das deutsche

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