Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1917-09-01 · Heft 9 (September 1917) · p. 376

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 9 (September 1917)
Article
Beiträge zur Geschichte der deutschen Juden. Festschrift zum 70. Geburtstage Martin Philippsons [Rezension]
Date
1917-09-01
Page
376 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2316602-2316864-2316872-2352712--27658-2352786
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

376 Im Deutschen Reich. gegen die Juden in Polen wegen angeblicher Bekehr ungsv ersuche an Christen enthüllen. Einen vielbegehrteu Rabbiner und Prediger des Rh ein g aus im 17. Jahrhundert schildert .P hilipp B loch in Juda Mehler oder Meiler. Sülfeld gibt urkundliches Material über die Gelderpressuugen, welche im Mittelalter in Mainz und anderwärts unter dem Vorwand von Schutzgewährung an Juden ausgeübt wurden. Während die genannten Forscher das frühe und späte Mittelalter brachten, wenden sich die folgenden der Neuzeit und ihrer Vorepoche zu. Eine Skizze über die Anfänge allgemeiner Bildung unter den deutschen Luden vor Mendelssohn bildet Eschelbachers Beitrag, der letzte aus der Feder des leider unterdessen gleichfalls so schnell verstorbenen Gelehrten. Er zeigt an einigen Beispielen, die sich noch vermehren ließen, besonders nach Arbeiten von Lands» huth und mir an - der Persönlichkeit des Arno Gumperz, des Freundes Mendelssohns, wie schon früh, das Bestreben unter den deutschen Juden einsetzte, sich der deutschen Sprache und der Allgemeinbildung wieder anzunähern. Rieger stellt die zwanzig Jüdischen Studenten der i Heidelberger AniversitäL im 18. Jahrhundert zusammen. Eine systematische Erforschung der IlniveysttäLs- Matrikeln würde noch rnanchen derartigen historischen Schatz heben. Ich selbst habe in meinem Beitrag zur Festschrift R. Wolf, Dessau geschildert, einen wenig bekannten Landsmann und Anhänger Mendelssohns, den frühzeitiger Tod leider nicht zur rechten Entfaltung kommen ließ. Sein Bibelkommentar zeigt den typischen Gelehrten der Aebergangszeit, seine von mir aufgedeckten Beziehungen zu den Männern des Dessauer Philanthropias weisen ihm fortan in der Geschichte der jüdischen Pädagogik eine besondere Stellung an, von der eine gerade Linie zu Philippsons Großvater und Vater hin üb erführt, dem Lehrer Moses und dem Rabbiner Ludwig Philippsou. In die Mendelssohnsche Periode führen auch die Beiträge von Simon sen, Pogel st ein und Geige r; ersterer legt freundschaftliche und verwandtschaftliche Beziehungen Mendelssohns zu Dänemark dar, jener steuert einige Isaak Euchel gewidmete ^tammbnchblätter und das Testament dieses Mendelssohnianers bei, letzterer aus etwas spaterer Zeit Briefe an und von David Wirt. N, M. Nathan macht auf die Iugenderinnerungen des Berliner Schuldirektors Kloeden aufmerksam, welche eine Schilderung des Lebens und Treibens der Juden in Märkisch Friedland Ende des 18. Jahrhunderts enthalten. In die Zeit der Revolutionskriege führt ein von Gins bürg er in Text und Aebersetzung öeigebrachtes Tagebuchblättchen, welches über die Stimmung der zur fran- Zösischen Armee gepreßten jüdischen Bevölkerung im Elsaß Auf« schluß gibt. Der Geschichte des Kampfes um die bürgerliche Gleichstellung sind eine Reihe von weiteren Aufsätzen gewidmet. -Hardenberg erscheint in<!E cf ft e t n § und Silbersteins Darlegungen wieder als der eifrige Förderer dieser Gleichstellung; dort will er sie in den preußisch-fränkischen Fürstentümern, hier, unterstützt von Humboldt, in Mecklenburg und auf der Frankfurter Bundesversammlung durchgeführt wissen. Einen fönst unbekannten christlichen Baron von Goertz schildert Lewinsky gleichfalls als eifrigen Verfechter der Sache der Juden. Wie langsam sich diese durchsetzte, zeigt R o b e r an den nassan-oranischen und Lurgischen Gebieten. Als letzter in der historischen Reihenfolge berichtet Brann von der Schaffung eines oberschlesischen Gemeindeverbandes um 1810 durch Abraham Muhr in Pleß als Vorläufers des D. I. G. B. und schließt mit dieser Huldigung für Philippson, als den langjährigen Vorsitzenden des

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.