Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 9 (September 1917)
- Article
- [Ohne Titel] / J. L.
- Date
- 1917-09-01
- Page
- 364 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2316602-2316864-2316872--27620-2352774- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
364 Im Deutschen Reichs nicht. Jede Quelle — und Ware es etwa auch eine jüdische h=3 trügt hier gründlichst. Wo eine Nachprüfung möglich ist, wie etwa bei Studenten-Verbindungen, ist der Prozentsatz der gefallenen. Juden ein ,erschreckend hoher. Die Antisemiten aber stehen mit der Kreide La und fordern mehr Opfer. Line Roheitdie mehr überraschend ials abstoßend wäre, wenn uns an den Antisemiten noch etwas überraschen könnte. I. L, K Zur „polnischen Fudeu-Frage". *) Von * * * Ein Berliner schwerindustrielles Blatt alldeutscher Richtung verösfentlichte „Warschauer Briefe", die in den Kreisen, die sich für die polnische Entwicklung interessierenbeachtet worden sind. Die Art, in der die Verwaltung des Generalgouvernements Warschau die Iudenfrage behandeltwird da einer scharfen Kritik unterzogen. Ob die Warschauer Briese" in Warschau geschrieben sindmag bezweifelt werden. Soweit sie die Ostjüdenfrage behandeln, hatte man sie wohl richtiger überschrieben als „Briefe eines Theoretikers nach Warschau". Bevor wir zu den einzelnen Behauptungen der „Warschauer Briefe" in großen Strichen Stellung nehmen, sei eine kurze Darstellung der politischen und kulturellen Schichtung der polnischen Juden gegeben. Eine dünne Oberschicht ist polnisch assimiliert. Es sind Unter diesen sogenannten „AssimilanLen" manche menschlich, nicht sehr sympathische Elemente, Leute mit allen Fehlern einer jungen Assimilation. Sie haben eine Tradition verloren uüd noch keine neue Tradition erworben. Selten war der Großvater schon assimiliert; oft war es noch nicht der Vater. Die homines novi schämen sich derer, die so sind, wie die Vorfahren waren; sie überschätzen ihren äußeren Schliff und haben vielfach — mindestens in jüdischen Dingen — einen Mangel an Selbstbewußtsein und kein Gefühl für Würde. Es ist ihnen peinlichwenn eine jüdische Sache zur Sprache kommt; man könnte damit Anstoß erregen. Viele neigen dazu, sich oder ihre Kinderohne innere Aeberzengung, um gesellschaftlicher Vorteile willen Lausen zu lassen. Es wird im Ernste be- *) Der tim die praktische Behandlung wie um das sorgsame Studium der jüdischen Angelegenheiten in Polen gleich verdiente Verfasser hatte die Freundlichkeit, uns die vorstehenden Ausführungen bereits vor Monaten einzusenden. Im umgekehrten Verhältnis zum Papiermangel stehender Stoffüberfluß ermöglicht uns erst jetztdoch für die wichtigen Erörterungen immer noch rechtzeitig genug, den Abdrucks Die Red.