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Im deutschen Reich · 1917-09-01 · Heft 9 (September 1917) · p. 363

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 9 (September 1917)
Article
[Ohne Titel] / J. L.
Date
1917-09-01
Page
363 (sequence 4)
Language
German
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Umschau? 363 ianderes als die Frucht dieser Drachensaat zeitigen! ,,Das eben ist der Fluch der bösen Tat, daß sie fortzeugend Böses, muß gebären." Der Prozeß Suchomlinow hat es an den Tag gebracht, &a§ letzten Endes die Gewissenlosigkeit einiger Diebe und Gauner den Krieg herbeigeführt hat. Der wankelmütig schwache Nikolaus II., der unter allen Schranzen, die vor ihm krochen, nicht einen einzigen treuen Diener hatte, der sich für ihn einsetzte, Nikolaus II., der jetzt fast Anspruch auf Mitleid hatte, wenn er nicht — freilich! mehr aus Schwäche als aus Grausamkeit, der eigentliche Pogrom-Zar gewesen Ware — hatte im entscheidenden Augenblick den redlichen Willen, die russische Mobilisierung zu widerrufen und damit wäre der 'Krieg vermieden gewesen, wenn nicht die Gewinnlüsternheit diebischer Minister und Würdenträger, die schon alle Bestechungs- und Anterschlagungs-Millionen in der Tasche zu haben meinten, den Zaren belogen und hintergangen hatte. Wie könnte man sich, angesichts des ungeheuersten Verbrechens, das die Welt je gesehen, angesichts der Entfesselung dieses Krieges, der schon so viele Millionen Menschenleben kostet, über das bißchen Lug und Trug und Fälschung und Verdrehung entrüsten, das die 'Kampfmethoden unserer Feinde täglich aufs Neue kennzeichnet! Wenn wir nur immer die 'Gewissens-Beruhigung hätten, daß ,,wir Wilden bessere Menschen" sind! Aber die Verdrehung gehört leider auch zum Handwerkszeug unserer d e u t s ch e n Iudenhetzer. Daß der Krieg .so viele Menschenopfer kostet, liegt nun einmal in der Natur oder in der Annatur der Sache. Aber es erfüllt uns mit tiefer Trauer, daß aus der Blüte unserer hoffnungsvollsten Jugend so viele dahinsinken und unser innigstes Mitgefühl gehört allen Eltern, die um ihre Kinder weinen in dieser Zeit, da, in Umkehrung aller Weltordnung, Väter ihre Söhne betrauern. Die Antisemiten aber bringen es. fertig, in ihren Blättern Phantasie und Ziffern zusammenzuküusteln, und an ihnen die Klage zu erheben, daß noch lange nicht genug Juden gefallen find. Es gibt wohl kaum eine einzige jüdifche Familie in Deutschland, die dem Krieg nicht ihre schwere Blntsteuer geleistet hätte und ein Trauerflor scheint sich um die ganze deutsche Iudenheit zu schlingen. Die antisemitischen Blätter aber wollen irgendwie herausgerechnet haben, daß nur — ,,ausgerechnet" — 3131 Juden gefallen sein sollen, und das ist ihnen viel zu wenig. Kein Mensch .kann zurzeit wissen, wieviel Juden, wieviel Katholiken bisher gefallen sind. Eine solche Statistik besteht

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