Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 9 (September 1917)
- Article
- Glaube und Heimat
- Date
- 1917-09-01
- Page
- 339 (sequence 2)
- Language
- German
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@ku5e und QdmaL 339 werde, unb -daß auch zionistische Führer in den Ausschuß gewählt werden sollten. In den Ausschuß, des Verbandes sind denn auch Zionisten gerade nur ihrer Zugehörigkeit zur zionistischen Partei und um ihrer führenden Stellung in derselben berufen worden und sind dort noch tätig. Daß der Verband „eine mittlere Linie durch Zusammenfaisung aller Warteirichtung-en und religiösen Schattierungen verfolgt", wird auH von Zionisten anerkannt). 2. Auch im Centrawerein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, von dem Bodenheimer sagt, daß er im wesentlichen Assimilationspolitik treibe, haben Zionisten und Nichtzionisten! in den Abwehrkämpfen und Bestrebungen um die Wiederbelebung des Judentums Jahr und Tag zusammen gearbeitet. Als im Anschlüsse an Sombarts Vorträge und seine Schrift über die Zukunft der Juden sich zuerst die Gegensätze fühlbar machten, habe ich zur <5 ^c^elt nnh gemeinsamer Weiterarbeit im ZeuLralverein gema : * ..Ihn sein — des Zentraloereins — Banner, können und sollen alle Juden sich scharen, ohne Unterschied ihrer religiösen und polirüüm Richtung, mögen sei freisinnig oder rechtgläubig, zioniüü - oder nichtzionistisch sein. . . Sehen wir mehr auf das, was u. Wort, als auf das, was uns trennt. Ob die Juden noch Vom Ration. Rasse oder nur eine soziale und religiöse Gruppierung sind, ob es möglich sein wird, ein jüdisches Zentrum zu bilden, das nicht bloß den heimatlosen östlichen Juden eine Heimat bereitet, sondern allen Juden der ganzen Welt Vorbild und Hoffnung für die Zukunft sein wird, ob es wahr ist, daß der jüdische Geist zurzeit heimatlos ist und eine Heimat erst gefunden haben wird, wenn eine reale Heimstätte für das Volk gefunden sein wird, darüber mögen die Meinungen auseinander gehen. Die Zionisten erhoffen es, die Richtzionisten glauben nicht daran. Aber diese Differenzen dürfen uns in unserer Streitg-enossenschaft nicht trennen, nicht dazu bringen, das Banner zu verlassen, das der ZeuLralverein ausgestellt hat, um die zu sammeln, denen -es ernst darum zu Lun ist, hier auf dem, Boden des deutschenVater^ landes unsere volle Gleichberechtigung zu erringen2 3). . . * 3. Leider haben sich diese meine Wünsche nicht erfüllt. Die Gegensätze haben sich verschärft. Sie haben in der Versammlung vom 30. März 1913 zu der meinem Fassungsentwurf im Wesentlichen entsprechenden Resolution geführt, in der der Zentralverein erklärte, daß wir die deutsche Iudenfrage nicht international lösen, und von den: deutschen Zionisten, der ein deutsches Rationalgefühl leugne, sich als Gast in fremdem Wirtsvolke und national nur als Jude stähle, uns trennen müßten4). 2) M. I. Boden heim er in „Der Jude", 1916/17, Seite 595. 3) ..Im Deutschen Reichs lü. D. R.) 1912, Seite ‘405, , 4) RA,1913, Seite 224.