Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1917)
- Article
- Ein Heldenleben und - Sterben
- Date
- 1917-07-01
- Page
- 311 (sequence 3)
- Language
- German
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Ein Heldenleben und — Sterben.- 311 möge und Seiten Kraft geben, den schmerzlichen Verlust in dieser ernsten Zeit zu uberstehen. In herzlichster Teilnahme bin ich Ihr sehr ergebener E. S ch Warze. Der zweite Briest zum Jahrestag geschrieben, lautet: 6, Juni 1917. Sehr geehrter Herr Elias! Morgen jährt sich der Tag, daß unser junger Kamerad Elias den Heldentod st^rb. Da drängt es mich'. Ihnen zu schreiben, wie sehr wir alle in der 4. Batterie Ihren Sohn geschätzt haben. Noch heute ist unter den Kanonieren häufig die Rede von ihm, immer wird dabei seine 1t ners ch rocke nhe it und seine Pflichttreue erwähnt, die ihn auch bei schwerstem Feuer unbekümmert auf LeiLnngssuche gehen ließen. Noch etwas anderes klingt ans den Gesprächen der Kanoniere durch, was vielleicht noch wertvoller ist. Sein reiner jSi.nn and seine Gemütstiefe, die Liebe zu seinen Eltern, deren Aeßerungen nicht unbemerkt blieben, haben großen Lindruck und sicher auch guten Einfluß auf seine älteren und viel rauheren Kameraden gemacht. Ich selbst habe damals Ihren Sohn bei den ersten Angriffen vor Verdun fast ständig als Begleiter auf weinen Erkundungen in der vordersten Linie gehabt und ihn dabei sosehr schätzen gelernt. Zur ersten Patrouille, meldeten sich damals alle jungen Kriegsfreiwilligen) ihn traf das Los, nachher habe ich, mir immer gerade ihn als Begleiter gewählt, weil ich wußte, daß ich mich auf ihn unbedingt verlassen' konnte. Unvergeßlich ist mir der Augenblick, als Ihr Sohn seine eigentliche Feuertaufe bekam, am -24. oder 23. Februar. Ich hatte den Auftrag, in das gerade eroberte Dorf SaMogneux Leitung! zu legen und dem Artilleriekontmandeur über die Vorgänge in dem Abschnitte Meldungen zu machen. Mit mehreren Telephonisten, unter ihnen Ihr Sohn, zog ich los. Rur langsam kamen wir vor ohne Feuer zu erhalten. 'Als plötzlichein Infanterie-Bataillon an uns vorbeikam, wurde der Feind aufmerksam, schoß, und bald gab es Tote und Verwundete bei der Infanterie. AnserH Leitung wurde zerschossen und ich schickte die Telephonisten nach Hause und behielt Ihren Sohn als Begleiter. Dicht um uns' schlugen die Vrisanzgranaten mit ihrem' scharfen Knall und der üblen Splitterwirkung iem. Selbst der Kanonier, von dem alle behaupteten, sie hätten ihn noch nie laufen gesehen, war damals rasch verschwunden. Ihr Sohn zückte nicht, wir suchten etwas Schutz hinter einem Baum, ohne Deckung^zu finden. Ich mußte dann Ihren Sohn mit einem Aufträge hinter den anderen herschicken. Solange ich ihn sah, ging er unbekümmert. Von dem Augenblick an, wußte ich-, wie wertvoll Ihr Sohn als Soldat war. Als Mensch gab er sichmir nur schwer, zum Teil war es Wohl die Scheu vor dem Vorgesetzten, die ihn mir gegenüber so besonders still sein ließ!, obwohl wir hernach noch häufiger zusammen im Gelände umher gezogen sind, aber auch da verriet ab irnd zu eine Bemerkung, was mir Hernach die Erzählung der ^anderen Kriegsfreiwilligen seines Ersatzes, von denen jetzt schon leider 5 gefallen sind, und die der älteren Kanoniere bestätigten, daß in ihm ein feiner, reiner Mensch von uns gegangen ist, In herzlicher Teilnahme Ihr sehr ergebener Richter, Lt. d. Res. M