Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1917)
- Article
- Ein Heldenleben und - Sterben
- Date
- 1917-07-01
- Page
- 310 (sequence 2)
- Language
- German
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310 Im Deutschen Neich.- und gerühmtesten Schüler der ganzen Anstalt, gleich ausgezeichnet durch seine Leistungen, wie durch seinen vortrefflichen, wahrhaft vornehmen Charakter. Nachdem er, kaum 17 Jahre alt, die Nbiturientenprüfung abgelegt, meldete er sich freiwillig zum Heeresdienste. . . lieber den Soldaten Elias verbreiten sich zwei seiner Vorgesetzten in ausführlichen 'Briefen, die uns heute vorliegen. Der eine, an die Eltern gerichtet, mit der Dodesnachricht, d!er zweite — und dieser von keiner Dienstobliegenheit diktiert, einfach einem Gefühlsbedürsinis entsprungen, zum Jahrestage des Schlachtentodes von Siegfried Elias. Das erste Schreiben gantet: £m Felde, 7. Juni 1916. Hochgeehrter Herr Elias! Zu meinem allergrößten Leidwesen bin ich gezwungen, Ihnen die schmerzliche Nachricht von der tödlichen Verwundung Ihres lieben Lohnes zu machen. Noch heute war Ihr Sohn am. frühen Morgen frisch und gesund auf dem Platze seiner Pflicht, das sollte das letzte Morgenrots der letzte Gang gewesen sein. Als Ihr Sohn gegen 11V? mittags von einem Stollen zum andern, gehen wollte, kam ein feindlicher Feuerüberfall. In seiner geraden und heldenhaften Natur, das feindliche Feuer gar nicht achtend, fast möchte ich sagen, der Kugel trotzend, wollte es der unglückliche Zufall, daß ihn ein großes Sprengstück in die rechte Hüfte faßte und' zwar gleich so stark, daß er mit einem Wschiedswort für seine Eltern tot zusammenbrach. Es reißt einem das Herz entzwei, wenn ich heute daran denke, wie Ihr lieber Sohn Ende Oktober v. I. mit seinen Kameraden begeistert zu uns kam. Geradezu vorbildlich in seinem Diensteifer und seiner Pflichttreue führte er sich ein. Bei seinem freundlichen Wesen und seiner kameradschaftlichen Gesinnung war er bei seinen Vorgesetzten und seinen Kameraden allgemein gleich geschäht und beliebt. Mir war es stets eine Freude, Ihren lieben Sohn in seiner bescheidenen, dennoch bestimmten und gewinnenden Art beobachten zu können, oft habe ich mir gewünscht, daß alle meine Leute so sein möchten. In den langen Dienstjahren habe ich selten einen solch forschen, pünktlichen und gewissenhaften jungen Soldaten in der Batterie gehabt.^ Besonders jetzt in diesen schweren Kämpfen hat sich sein Heldentum offenbart. Wenn es etwas wichtiges gab, war er mit dabei. Seine Furchtlosigkeit war beispiellos. Sein mutiges Ausharrem bei der Arbeit im schwersten feindlichen Feuer, war vielen seiner Kameraden einfach unmöglich. Furchtlos und treu war er bis zunt letzten Atemzuge, dank seines vorzüglichen Charakters und seiner guten Kinderstube. Wenn Sie hieraus ermessen, wie gern wir ihn hatten, wie groß muß da der Verlust für Sie und feine treue Mutter sein. Ein blühendes und hoffnungsfrohes Menschen^ leben, das geliebte Kind feiner treuen Eltern ist dahing efchieden. Hinter der Stellung, wo er fiel, liegt er jetzt kühl und ruhig in seinem Heldengrabe. Er starb, wie so viele seiner Kameradenr den Heldentod für feinen Körrig, für sein geliebtes' Vaterlandseine teure Heimat, für Eltern und Geschwister. Wir stehen heute in stiller Teilnahme bei Ihnen und bitten den llenker der Geschicke, daß er Ihnen großen Schmerz lindern