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Im deutschen Reich · 1917-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1917) · p. 308

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1917)
Article
Alldeutsch - alljüdisch
Date
1917-07-01
Page
308 (sequence 3)
Language
German
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508 Im Deutschen Reich.- der ganzen Welt, sondern mit der ganzen zivilisierten Welt auch! der größte Teil des deutschen -Volkes steht. Richtiger müßte er lauten: Antisemitisch — deutsch. Denn deutsch sein heißt vor allem gerecht sein. Wie weit Herr Fritz und seine Anhänger von der Gerechtigkeit entfernt sind, beweist allein schon die Erfindung „der mit Kriegsmillionen angereireicherten deutschen Juden". lind dabei weiß doch jedes Kind, daß der Löwenanteil der Kriegsgewinne der Schwerindustrie und der Landwirtschaft zugeflossen sind. Das sind aber Gebiete, auf denen sich die Juden aus den „nationalen" Gründen des Herrn Fritz gar nicht betätigen konnten. Die Achtung vor den gefallenen und kämpfenden Juden sollte es eigentlich jedem anständig empfindenden Deutschen unmöglich machen, das Andenken der Gefallenen und die Ehre der Kämpfer durch derartige Redensarten zu beschmutzen. Im Felde, Juli 1917. Vizefeldw. Br. Kl. lieber angeblichen jüdischen Kriegswucher wird immer dreister gefabelt, je mehr man das Bedürfnis fühlt, die lauten Klagen über agrarischen Lebensmittelwucher zu überschreien. Es soll keineswegs geleugnet werden, daß unter denen, die sich von unserer Lebensmittelnot mästen, auch Juden zu finden sind. Wo irgend sie bei diesem elenden Gewerbe erwischt werden, mögen sie nach Gebühr hart bestraft werden — unter dem freudigen Beifall aller deutschen Juden, die unter den allgemeinen Ilebelständen mit am schwersten leiden. Wenn aber zum Beispiel das „Bayrische Bauernblatt" in 'seiner Rümmer vom 19. Juni d. I. von „jüdischen Getreide-, Malz- und Pferdeschiebern" spricht, so tut es dies wider besseres Wissen, denn es kann ihm nicht unbekannt sein, daß unter den bayrischen Walzschiebern noch nicht ein Jude zu finden ist. Wenn das „Bauernblatt" zur Aufrüttlung des niedrigsten Neides irr seinem lieblichen Stil weiter klagt, „frag, die Juden schon vor dem Krieg das meiste Geld hatten und nach dem Kriege wohl noch mehr haben werden", so ist dem gegenüber dis Frage erlaubt, seit wann denn der Besitz eine Schande ist? Weitaus der größte Teil der Juden seufzt unter bitterer Armut und Nch, aber auch die vermögendsten sind entfernt nicht so reich, wie die christlichen Großgrundbesitzer und Großindustriellen. Sie alle haben denn auch am Kriege unendlich viel mehr verdient, als die paar Dutzend Juden, die etwa auch an Kriegslieferungen beteiligt waren. Mit dem Lebensmittel-Handel ist sicherlich kaum ein Pr ozent der deutschen Juden befaßt, dagegen sind mit ihm naturgemäß ausnahmslos alle Landwirte verbunden. Wir sind weit davon entfernt, zu verkennen, wie mancherlei Schwi^e-

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