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Im deutschen Reich · 1917-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1917) · p. 295

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1917)
Article
Die Organisation der jüdischen Jugend in Deutschland
Date
1917-07-01
Page
295 (sequence 7)
Language
German
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ZukrmslsarbüL. 295 Arbeit von dem Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands geleistet wird. Von national jüdischer Seite ist behauptet worden, die Schrift der Cora Berliner lasse erkennen, wie wenig an positiv-jüdischer Arbeit im Verband geschehe. Richtig ist, daß die Verfasserin stärker unsere Beziehungen zum Judentum hätte erörtern müssen. Man darf aber nicht vergessen, daß Frl. Dr. Berliner Nationalökonomin ist und daß sie daher und mit Rücksicht aus den Zweck der Schrift vom Standpunkt der Volkswirtschastlerin an die Behandlung des Themas herangegangen ist. Aber wer sehen will, der sieht auch aus dieser Broschüre zur Genüge, eine wie reiche spezifische jüdische Tätigkeit bei uns "entfaltet wird. Eine starke Organisation der jüdischen Jugend, die positiv jüdische Arbeit leistet, ist die Voraussetzung des Fortbestehens des Judentums. Dessen mögen sich alle, die Aelteren und die Jüngeren, bewußt werden. & Zukunftsarbeit! Von Dr. Felix Goldmann, Oppeln. Für die Judenheit Europas ist der Krieg eine Zeit ganz besonderen Leidens. Das unbeschreibliche Elend der Massen in den Gebieten des Ostens, in Polen und Galizien, ist oft genug beschrieben worden. In Rußland wütete bis zum. Ausbruch der Revolution die Reaktion schrankenlos gegen die verhaßten „Hebräer". In Frankreich und England ist das geheiligte Afylrecht schnöde und erbarmungslos gebrochen worden. Ueberall eben, wo die Völker unter den Schrecken des Krieges zittern, ergibt sich dasselbe Bild, daß sich für die jüdischen Gruppen die Leiden ins Ungemessene mehren. Und nunmehr har sich die trübe Schlammwelle auch zu uns deutschen Juden gewälzt. Tief erschreckt und arg verstimmt haben wir Angriffe erfahren, die wir — zumal in dieser Zeit der einheitlichen Zusammenfassung aller Kräfte — nicht für möglich hielten. Erschreckt sind wir, daß in manchen Volkskreisen so unverhüllte Feindschaft sich in unsinnigen, leicht widerlegbaren Beschuldigungerl Luft macht, verstimmt sind wir, daß nicht einmal imMeise aller politischen Parteien, die wir als unbedingte Freunde des Rechtes zu betrachten gewohnt waren, die kühle Besonnenheit vor der abschüssigen Bahn gewarnt hat, verstimmt sind wir in besonderem Maße darüber, daß auch die Regierung diesen Volkslaunen nachgeben zu müssen glaubte. Nicht über die „Judenzählung" an sich — unter diesem Namen wird jie in der Geschichte des modernen Judentums fortleben — sind wir erbittert. Warum sollen wir nicht den so oft wiederholten Versicherungen

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