Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1917)
- Article
- Bibelwissenschaftliche Irrungen - Eine Antwort auf Kittels "Judenfeindschaft oder Gotteslästerung"
- Date
- 1917-06-01
- Page
- 268 (sequence 2)
- Language
- German
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263 Im Deutschen Reich. NU'' 7 gut r" b'-rz-gebenden Stellen der Fr lisch Aschen Schmähschrift (-C:rcL::.^icnat gegen I. H...!" in Kittel einen warmen V.ww-': npin den, der jenen Blasphemien wissenschaftlichen Firnis zu r-erte'..nul suchte. Vereinzelte Stimmen erhoben sich/* *) di-.: cn.bfve-;, e^rnseueren schwiegen; waren sie doch im Obergutaänwn so unglimpflich angegangen worden, daß sie es mieden, i, :• 3'': m und würdige Sache zum Gezänk der Parteien zu : m Einem Leipziger Gelehrten, Jakob Neubauer, war i-: " .2 wrea, Bresche in das scheinbar von undurchdringlichem Ernst strömende Obergutachten zu legen. „B i* b c l w i si e n i ch af 11 ich c Irru n g en"***) heißt sein 246 Sann na ries Buch, und wahrlich, dieses bedeutende, auch in der &V-. uwrrsE'.en Literatur einzigartige Werk ist ein moderner Doetor Abgesehen von der hohen Wissenschaftlichkeit des gediegenen Inhalts, der von stupender Gelehrsamkeit seines Verfassers zeugt, sowie von den vielfachen Anregungen, die der Leser — sei ex welchen Standpunkts immer — beim Lesen empfängt, ist diese Schrift, trotz aller sichtlich erzwungenen Zurückhaltung eine wuchtige Anklage gegen den theologischen Fürsprech Fritsch's, aber nicht minder eine solche gegen jene weit verbreitete Schule der alttestamentlichen Wissenschaft, der herrschenden Bibelkritik, deren von Kittel vorgetragene Ergebnisse die bedauerliche Irreführung des Gerichts bewirkten. Unbarmherzig zerreißt der Verfasser all die Fäden, die Kittels und seiner Vorgänger emsiger Fleiß gesponnen. Jedes gegnerische Argument, jede einzelne These des Obergutachtens wird Zergliedert, bis von dem stolzen Panzerbau des Obergutachtens ein nichtssagendes Skelett zurückbleibt. Mit der durch das Ungekünstelte der Taktik bedingten Ueberlegen-, heit eines guten Fechters, der spielend Stoß pariert und Hieb auZLeilt, blitzschnell Angriff und Verteidigung wechselt, geht Neubauer seinem gegnerischen Kollegen vom Bibelspruch (und damit der gesamten modernen BiLelkritik) in nicht weniger als 22 Paragraphen zu Leibe und weist Jrrtümer auf Jrrtümer nach. Erklärt beispielsweise Kittel dem Gericht in tendenziöser Weise Ursprung und Begriff des alttestamentlichen Gottesnamens, p belehrt ihn Neubauer (dem auch u. a. der Bonner Theologe Prof. jDr. König beipflichtet*) flugs eines besseren. Findetz Kittel in den Gestalten der Patriarchen unschöne Charakterzüge, hat er fortgesetzt an dem Dichter-König David, an Samuel und Elias *) Vergl. die bei Neubauer, S. 241, Vmkg. 201 angeführts Literatur, sowie die anonymen Ausführungen eines christlichen .Theologen zu diesen Punkten, Ieschurun, IV, 33—52, 205—213. *) Vibelwissenschastliche Irrungen, Ein Beitrag zur Kritik der alLLestamentlichen Bibelkritik an der Hand eines gerichtlichen theologischen Gutachtens. Von Jakob 'Neubauer. (Berlin, 1917- Uerlag von Louis Lamm.) *) „Jüdische Press/' Nr. IO vom 2Cb April 1917»