Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1917)
- Article
- Wilhelm von Humboldts Beziehungen zum Judentum
- Date
- 1917-06-01
- Page
- 260 (sequence 8)
- Language
- German
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260 Fm Deutschen Reichder menschlichen Eigentümlichkeiten umfaßte so gut die gläubig^ fromme wie die männlich prometheische Gesinnung. Die Judenfeindschast war ihm aus diesem Grunde ein f ö r m l i ch e s Attentat a u f d a s E w i g m e n s ch l i ch e und das Göttliche in unserer Seele. Als das Ideal eines wahren, religiösen und dabei philosophischen Menschen erschien ihm Moses Mendelssohn. rp Zur Lage des jüdischen Viehhandels. Von Rabbiner Dr. Ianlus, Aachen. Neben der Beratung der Heranwachsenden Jugend bei der Wahl des Lebensberufes wird es zur Hauptaufgabe der Hauptstelle für Berufsberatung der Juden gehören, denjenigen mit Rat und Tat beizustehen, die im Uebergang von der Kriegst zur Friedenswertschaft durch die völlig veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse genötigt sein werden, ihren bisherigen Beruf aufzugeben. Zu den Berufen, denen nach dieser Richtung hin besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden muß, gehört der Viehhandel. Es ist anzunehmen, daß die amtlichen Vieh- Handelsorganisationen noch geraume Zeit nach dem Kriege weiter bestehen werden und der private Handel deshalb hier mindestens auf längere Zeit ausgeschaltet bleibt. Andererseits besteht im Interesse der Erhaltung der kleineren Gemeinden ein dringendes Bedürfnis, den Viehhändlern die Existenz an ihren bisherigen Wohnorten zu ermöglichen und den Zudrang nach den großen Städten auf diese Weise nach Möglichkeit einzudämmen, dabei aber zugleich auch die Existenz für die Viehhändler in einer Weise zu begründen, die ihnen nicht nur ausreichenden Lebensunterhalt, sondern auch gleichzeitig eine Hebung und Verbesserung der sozialen Stellung gibt. Im Zusammenwirken mit der Hauptstelle für Berufsberatung hat sich Herr Rabbiner vr. Ianlus in Aachen dieser Angelegenheit in dankenswerter Weise angenommen. In dem Bezirk, in welchem er seit Jahrzehnten afö Seelsorger und gleichzeitig auch als Schulinspeltor wirkt, nahm der Mehhandel bisher eine wirtschaftlich seh'r erhebliche Rolle ein. Herrn Or. Ianlus ist es nun gelungen, unter Mitwirkung einer Reihe hervorragender Vertreter des jüdischen Viehhandels aus den größeren Ortschaften des dortigen Regierungsbezirkes ein Komitee zur Förderung der Landwirtschaft unter den Juden des Regierungsbezirkes Aachen ins Leben zu rufen, das im März 1917 an die jüdischen Viehhändler des Regierungsbezirkes Aachen den nachfolgenden Ausruf versandt hat: „Die traurigen Folgen der gegenwärtigen Kriegszeit machen sich auch im Biehhandel bemerkbar. Während vor dem Kriege und in der ersten Zeit desselben der fleißige und tüchtige Viehhändler in der Regel sein Auskommen