Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1917)
- Article
- Exzellenz v. Schmoller's Universitäts-Statistik
- Date
- 1917-06-01
- Page
- 245 (sequence 5)
- Language
- German
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Leopold Zunz, Fudengesetz.- 2^Z keinen andern Grund ausfindig machen können, als die gewollte Zurücksetzung der jüdischen Gelehrten um ihres Glaubens willen. Schmollers großer Fakultätsgeuosse Mommsen hat einmal das Wort Von der „voraussetzungslosen Forschung" geprägt, chatte Herr von Schmolter diese Methode auch in seinen neueren Publikationen befolgt, dann wäre ihm nicht ein solch schwerer Irrtum unterlaufen wie in seinem antisemitischen Herzenserguß des letzten Winters. Eine ernste Prüfung der Verhältnisse hätte ihm vielmehr die Ueberz-eugung bringen müssen, daß, wenn es im modernen Rechtsstaate, wie Deutschland es sein will, nur nach Gesetz und Recht ginge, den Juden, ihrem Fleiß, ihren Leistungen und ihren Fähigkeiten entsprechend, der Grundsatz „Freie Bahn jedem Tüchtigen" zu ganz andern Stellungen hätte verhelfen müssen, als ihnen gegenwärtig noch in dem Kulturlande Deutschland zuteil werden. Hoffen wir, daß das nach dem Kriege neu erstehende Deutschland eine solche natürliche und gerechte Entwicklung der Dinge endlich sehen möge! K Leopold Zrmz's Arbeiten für das Fudengesetz 1847J Don Geheimrat Prof. Or. Ludwig Geiger. (Schluß.) Das zweite Schreiben von Zunz an den Fürsten Lichnowsky tautet: 12. Mai 1847. An den Fürsten Lichnowsky. Ihre gütige Erlaubnis, einige Punkte in betreffs des proponierten Gesetzes über die jüdischen Verhältnisse Ihnen vorlegen zu dürfen, benutzend, weise ich zunächst darauf hin, daß in der öffentlichen Meinung die Frage erledigt ist. Die vorgerückteste Gesetzgebung, dies ersten Redner und Schriftsteller, zahllose Stände und Städte (Berlin) haben sich für die Gleichstellung, für das Prinzip des Fortschritts erklärt. Die Vorschläge der Provinzialstände von 1824, bereits von Almenstein, Rieß er und anderen verurteilt, hat die Zeit berichtet. Streckfuß, der voller Vorurteil gegen Juden, auf jene Vorschläge seine Schrift vom Jahre 1833 gegründet, ist, nachdem er zehn Jahre lang der Mittelpunkt der Verwaltung jüdischer Angelegenheiten im Ministerium des Innerer gewesen, so vollständig geheilt worden, daß er in einer zweiten Schrift vom Jahre 1843 seine volle Aeberzeugung aussprach, daß