Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1917)
- Article
- Exzellenz v. Schmoller's Universitäts-Statistik
- Date
- 1917-06-01
- Page
- 244 (sequence 4)
- Language
- German
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244 Im Deutschen Reich; Bon den zehn, die solche haben, sind München mit 3, Bonn mit 2, alle übrigen nur mit je einem vertreten. Eine einzige Ausnahme, die in der obigen Statistik nicht mitgerechnet ist, bildet die neugegründete UniversiL.it Frankfurt a. Ast, wo sich unter 53 ordentlichen Professoren sechs jüdßche befinden. Das erklärt sich aber hier dadurch, daß 4 der jüdischer: Professoren aus der alten Akademie und den städtischen medizinischen Instituten übernommen: worden sind? Ebenso unrichtig wie SchmoIlers Behauptung betreffs der jüdischen Professoren, erweist sich mine zweite Aeußerung, daß in einzelnen Kliniken Deutschlands jahrelang nur jüdische Assistenten angestellt worden sind. Auch hier hat Schmoller weder Namen noch Zahlen genannt, sondern sich auf eine leicht hingeworfene Redensart beschränkt. Versucht man sie nachznprüfen, so findet sich auch nicht der geringste Anhaltspunkt, der einer Grundlage für eine solche Behauptung abgeben könnte. Zurzeit sind von 1103 Assistenten der medizinischen Jnstinüe an beu deutschen Universitäten nur 80, d. h. 7,20/0 jüdisch. Es gibt kein einziges unter den vielen Dutzenden medizinischer Institute, welches nur jüdische Assistenten hätte. Es gibt aber unter den 21 Universitäten 5, an denen überhaupt keine jüdischen Assistenten angestellt sind! An den meisten übrigen Universitäten ist ihre Zahl verschwindend int Verhältnis zu der der christlichen Assistenten, so z. B. Königsberg 4 unter 29, Greifswald 2 unter 25, Breslau 4 unter 34, Kiel 4 unter 46, Halle 5 unter 52 nfw. Besser liegen die Verhältnisse nur an zwei Universitäten, nämlich in Berlin, wo sich unter 221 klinischen Assistenten 36 jüdische befinden und in Straßburg 11 unter 56 Dazu kommt noch die neue Universität Frankfurt a. M. mit 25 unter 8k. Es sei schließlich noch erwähnt, daß noch wesentlich geringer als an den Universitäten die Zahl der jüdischen Prozessoren und Assistenten an den technischen, an den tierärztlichen -nid an den landwirtschaftlichen Hochschulen Deutschlands ist. Wie unsere Ermittlungen ergeben haben, besitzen von dieser Gruppe deutscher Hochschulen nur einige wenige überhaupt einen jüdischem Lehrer oder Gehilfen! Wenn unter den ordentlichen Professoren Deutschlands zurzeit lVo Juden sich besinnen, so entspricht das genau dem Zahlenverhältnis der Juden unter der Bevölkerung Deutschlands. Berücksichtigt man aber die Tatsache, daß die Juden, wahrlich nicht aus eigenem Willen! nur zur Slädtebevölkerung zählen und daß die Zahl der Juden unter den Handwerkern, Jndmstriearbeitern und Landarbeitern nur gering ist, ihre prozentuale Beteiligung an .akad emis ch e n Berufen aber sehr hoch, so erscheint das Prozentverhältnis der jüdischen Ordinarien an den deutschen Universitäten als ein ungewöhnlich ungünstiges. Man wird dafür