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Im deutschen Reich · 1917-05-01 · Heft 5 (Mai 1917) · p. 205

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 5 (Mai 1917)
Article
[Ohne Titel]
Date
1917-05-01
Page
205 (sequence 5)
Language
German
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Am schon. Nathan über eine erstaunliche Fülle segenbegleiteter wirbelt berichten, von deren Ilmfang und Mannigfaltigkeit selbst so achtunggebietende Zahlen, wie etwa die, daß 600 jüdische Volksküchen in Polen geschaffen sind, daß monatlich eine Million Mark aufgewendet wird, daß bisher über 12*4 Millionen für die Juden in Polen aufgebracht wurden, nur eine schwache Vorstellung geben. Die Bewilligung der Mittel — so dankenswert, ja bewundernswert sie ist —, bleibt in diesem Rekord der Menschenliebe und Hilsstätigkeit immerhin in zweiter Reihe, denn es macht nicht mehr Mühe, einen Scheck über 100, als einen über 10 000 Mark auszuschreiben, sofern man dazu in der Lage ist. Aber das Antertauchen in die Tiefen des grausigen Elends, der unverschuldeten Verwahrlosung, die unmittelbare, persönliche Fühlung mit all diesem Jammer, die zweckmäßige Verteilung und Darreichung der Hilfe, das erfordert einen seltenen Aufwand an Kraft, ein hohes Maß von Selbstentäußerung, viel organisatorisches Talent, und verdient alle dankbeseelte Bewunderung. . Die Hauptquelle, aus der die Mittel für das Hilfswerk flössen, scheint freilich verstopft zu sein, seitdem 'Amerika aus der Rolle des maskierten in die eines offenen Verbündeten Englands umsprang. Wie in England, so beginnt jetzt sogar in Amerika, vorerst schüchtern noch, ein gewisser Antisemitismus sich zu regen, der sich in Gefolge einer jeden schlechten Sache einzustellen Pflegt. In England hat die Massenverrohung durch die Presse bereits dazu geführt, daß den jüdischen Einwohnern Londons die Erlangung von Lebensmitteln bitter erschwert wird, daß es bei den Volksansammlungen vor den Bäckerläden zu bestialischen Ausschreitungen gegen Juden kommt, und es ist ein tragischer Witz des Schicksals, daß jetzt ehemals antisemitische Blätter Rußlands ihrem Abscheu über das englische Treiben Ausdruck geben. In Amerika macht man Miene, auch hierin England nachzuäffen. Demgegenüber ist es ein allzuschwacher Trost, wenn Wilson eine Zionistendeputation, die angeblich „über eine Million amerikanischer Juden" vertrat, mit Wohlwollen empfing, eine Deputation, die seine Verwendung für die Begründung einer jüdischen Republik in Palästina erbat. Aehnlichen Bestrebungen hat ja auch die englische Regierung ihre Sympathie bekundet, ja sie ging sogar offen auf den Gimpelfang mit dem Programm einer Eroberung Palästinas für die Juden und malte bereits in leuchtenden Farben den nahe bevorstehenden Einmarsch der australischen Kavallerie in Jerusalem.. Ob diese Werbemittel verfangen und sich genug Gimpel unter den englischen wie unter den amerikanischen Juden finden, das scheint uns fraglich. Auch die eifrigsten englischen Zionisten werden den Wert dieses englischen Köders

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