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Im deutschen Reich · 1917-03-01 · Heft 3 (März 1917) · p. 122

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 3 (März 1917)
Article
Erfahrungen aus meiner Werbetätigkeit
Date
1917-03-01
Page
122 (sequence 2)
Language
German
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Ich rate alfo zu pcv|öulid;ci‘ Wecbelätigleil. Erfordert fic oud) ciiijjicre Opfer au Zeit und '-Arbeitskraft - der Er^ folg ist sicherer uub dnrchschbrgender. S?Hait teile die in Betracht kommenden teilte in zwei Kategorien ein: in solche m 11 und in solche ohne „Prinzipien". Mir persönlich sind die erfteren lieber, man wird mit einem Prinzip eher fertig als mit einer lni&cfaiuüert Größe, die sich; itgendwo int Verborgenen versteckt hält und nicht zu faffeu ist. Gcht einer „am Prinzip" irr ieinen neuen Verein, oder tu leinen politischen Verein oder wie das „Mäntelchen" sonst heißerr mag, so lasse marr sich nicht abschreckerr: hirrter seineur Prinzip verbirgt sich eilte betrübliche Anlenntnis der merrschlichen Natur, denn er müßte wissen, daß gerade die Prinzipienvclicrci unser e inen am meisten reizt un'o daß die schärfsten Daumenschrauben der 'Ueberredurigoluust da angewandt werderr, wenn es gilt, ein solches „Prinzip" 3:1111 Wanken zu bringen. Einen: halbu>egs geschickten Redner gelingt es auch zumeist und ist der Besiegte dann unser, so sind wir doppelt beglückt, weil ein solcher Sieg der persönlichen Eitelkeit noch besonders schmeichelt! Anders die Prinzipienlosen! Aie sind in ihrer Vnsaßberkeit oft kein leichtes Problem, denn wo es keine Gründe zu widerlegen, keine falschen Anschauungen zu berichtigen gibt, wo eine angeborene Gleichgiltigkeit unsere besten Gründe wirkungslos abpralleu läßt, da wird unsere Ausdauer aus eine harte Probe gestellt. Aber auch hier soll man den Mut nicht sinken lassen. Die liebenswürdigste und leider rarste Gattung der Menschheit läßt einen erst nicht viel reden; sie sagt freudig „Ja" und setzt ihren Namen mit der heiteren Frage „Wieviel?" auf unsere Liste. Ihnen allen sei ein Denkmal stillein Dankes gesetzt! Vollends erst allen, die sich nicht nur selbst einschreiben, sondern in ihrem Kreise noch für uns werben. NaLückich gibt? auch Dornen am Rosenstocke des Erfolges und wenn diese recht garstig stechen -- eine seltene Ausnahme übrigens!! — dann darf man nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Vielleicht hat der Betreffende gerade einen Aerger gehabt, oder er hat Magendrücken oder ein Rendezvous wurde versäumt oder das neue Kleid sitzt nicht — wer kennt die Irrgänge der menschlichen Seele? Jedenfalls gehören derlei Zwischenfalle zu den kleinen Anannehmlichkeiten, die wir um der Sache willen in den Kauf nehmen müssen. Verlängert sich dann nach und nach unsere Liste, rundet sich die Summe der neugewonnenen Mitglieder, so ergreift uns gesteigerte Schaffenslust und wir lassen uns noch eifriger angelegen sein, weitere Fortschritte in der Werbekunst zu machen. Wir lernen nach und nach, daß in jedem Menschen eijn Punkt

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