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Im deutschen Reich · 1917-03-01 · Heft 3 (März 1917) · p. 118

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 3 (März 1917)
Article
Noch ein Wort zur Ostjudenfrage
Date
1917-03-01
Page
118 (sequence 2)
Language
German
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Im Deutschen Ne ich. m „geborenen. Vertreter der materialistischen Wellaussassung, deZ Geschäfts und der Neklaum" machen. Völkische uub wirtschafte liche Gesichtspunkte sprechen bei Geh. Rat Fritz, für eine Grenz« Absperrung gegen die Ostjuden. „<£»' handelt sich"» erklärt er, „bei der Ostjudenfrage nicht um die Aufnahme oder Ein« schmelzung einiger hundert oder tausend, sondern um 32UU (lorten, nicht nur armer, leiblich und sittlich verkümmerter Menschen, sondern rassesremder, verjudetc-r Mongolen, deren Massenaufnahme den Gesamtcharakter des deutschen Volkes einseitig und nachteilig Leeinslnssen, durch ihre geringen Lebensansprüche die wirtschaftliche Lage des unteren Mittelstandes Herabdrücken, durch ihre Ausbreitung übe'r das flache Land den kaum erlösten Vanernstand von neuem erschüttern, kürz uns vor ein verschärftes Wiederaufleben der Iudenfrage stellen würde." Sic! Dieses ganze Projekt mit seinem pseudo-wissenschaftlichen Anstrich stellt irr der Geschichte antijüdischer Palliativnüttel gewiß nichts neues dar und verdiente auch keine weitere Beachtung, wären nicht jüdische Schriftsteller Deutschlands, dem schönen Beispiele folgend, mit Vorschläge!: hervorgetreten, die gleichfalls auf völlige Isolierung der Ostjuden hinauslausen. Der Westjude Prof. Dr. Max Marense sagt beispielsweise: „Man helfe diesen Juden des Ostens aus dem Jammer ihres Leibes und ihrer Seele — so wie jeder die Hilfe an: wirksamsten hält. Bur nicht länger auf die Weise, daß man sie bei uns aufnimmt. Diese Inder: sind unser aller Anglück; sie lassen immer von neuem Schränker: erstehen, führen uns immer wieder Ghettolüst zu und sind die größte Gefahr für das Gedeihen und die Eintracht der Völker. Es ist im höchsten Grade beklagenswert, daß die Erkenntnis und jeder Versuch der Abwehr dieser Gefahr als ein Zeichen politisch rückständiger Gesinnung betrachtet und in den Volksvertretungen deingemäß nur der: ganz rechtsstehende): Partele): überlassen worden ist." Statt des Zetergeschreis nach einer derartigen Patent- Medizin, wäre e§ weit zweckmäßiger zu fragen und zn erwägen: besteht denn überhaupt eine solche Neigung zu ost* jüdlscher Massenanswanderung nach den: Westen? Die Beantwortung dieser Frage sinder: wir in der schon besprochenen Broschüre Dr. E. Ziviers „Zur Nasser:- uub Ostjudensrage" (Posen 1916. Verlag von Joseph Iolowiez). Nach überzeugender Widerlegung der Ehamberlain-Fritz'- schen Rassenhypothese erbringt der Verfasser hier den Beweis, daß es bei der Einwanderungsbewegung der Ostjuden nach Deutschland, falls sie im Vorkriegstempo bleiben sollte, um einen Zuzug von noch nicht 1000 Personen jährlich sich handeln würde. Gibt es nun einen Grund zur Annabrne. daß diese

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