Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 3 (März 1917)
- Article
- [Ohne Titel] / J. L.
- Date
- 1917-03-01
- Page
- 104 (sequence 5)
- Language
- German
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KU Im Deutschen 9\bic5. Seite und so werden sie denn gewappnet sein, die Angriffe abznwehren. Mit besonderefebl,oster Genuginnng sind aber niancherlei Anzeichen einer Versöhnung von polen und Juden Unter deutscher Förderung zu begrüßen. In fast allen polnischen Städten fanden die Gemeindewahten im ungetrübten Frieden zwischen den polnischen und jüdischen Wählern ungestört statt. Mochte dieser Friede von Dauer sein! Möchten die pol- Nischen Mehrheiten in den Verwaltungen nie ihre Macht mißbrauchen nur den jüdischen Mitbürger!! Unrecht zu tun. Tann wird die O stj u d e n f r a g e ihre beste Lösung gefunden haben. Denn die Juden, die dort ihre Heimat so rührend lieben, werden ihr mit doppelter Treue anhängen, ivenngnan ihnen iihrcln Plast an der Sonne gönnt. Zn den verheißungsvollen Anzeichen rech' neu wir die Ansprache und den Segen -es Pifchofs von pIocE an die jüdischen Raksnränner. Der Bischof sagte n. n.: „Euch, meine Herren Vertreter der jüdischen Gemeinde, die Ihr mit uns zusammen ein Brot seit Jahrhunderten esset, gebe ich meinen Segen. Ihr mögt in der Erwartung, daß Ihr bald Euer volles Recht bekommt, an dein Aufbau unserer teucrn Stadt Plock mitwirüm." Man weiß, welchen Eindruck ein solches Wort des .Kirchen- Dberhauptes in Polen macht! Aber auch bei uns daheim greift, nach mancherlei Anlässen zu ernstlicher Beunruhigung, eine freundlichere Stimmung! Platz. Zwar fehlt es nicht an Anzeichen dafür, daß von judenfeindlicher Seite Kräfte und vergiftete Waffen zu einem inneren Krieg nach den: Kriege gesammelt werden. 'Aber das starte Echo, das die Hauptversammlung des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in der politischen, wie insbesondere in der jüdischen Presse gefunden hat -- jüdische Presse" ist uns natürlich nur die, welche sich selbst als solche bezeichnet und die Behandlung jüdischer Angelegenheiten zu ihrer alleinigen Aufgabe macht. — ließ die Empfindung erstarken, daß die berufenen Organe zur Verteidigung bereit und gerüstet sind. In der politischen Presse ist in bezug auf unsere Hauptversammlung vielfach mit Genugtuung und Anerkennung hcrvorgehoben worden, daß da mit aller Entschiedenheit und allseitig betont wurde, jetzt trete jeder innere Gegensatz weit zurück hinter dem eineik Gebot, „dem Vaterlande willig zu dienen". „Recht so!" rief uns die „Reue Politische Korrespondenz" zu, und nach ihr viele andere Blätter. Die zionistische Presse nimmt zunächst schmunzelnd das in der Hauptversammlung gemachte Zugeständnis