Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1917)
- Article
- Hauptversammlung des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens
- Date
- 1917-02-01
- Page
- 50 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2316602-2316864-2316866-2351509--26734-2351628- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
50 5nt Deutschen. Ne ich. Eine Reihe prächtiger Charakterköpfe hatte das deutsche Reich in die Hauptstadt unb in beit Maifcriaal bc* Rheingold zur HanpLversaminlnng unseres EentraüBereius entsandt. Ruch daß es der Kaisersaal ivar, in dem sie sich zusammensanden, ist, — so ganz zufällig die Wahl des Sihnngsraumes auch gerade auf diesen schönen und geräumigen Saal fiel — doch von tiefer, symbolischer Bedeutung. So kam, es schon äußerlich zum Ausdruck: tüte unser Judentum viele Zehrliansende seiner blühenden Söhne hinanssandte in die Schützengräben zur Ber> teidignng von Heim und Herd, zunr Schuh für Paterland und Kaiser, so ist es auch int Innern gerüstet, entschlossen imb bereit, seine staatsbiirgerlichen Rechte, seine Ehre und sein Rusehere zu verteidigen. Und wo immer es sich verbündet und stärkt zur Abwehr aller heimtückischen Angriffe auf die Geltung und die Gleichberechtigung des Judentums, bleibt es sich vor altem, bewusst seiner organischen, 'tiefionrzelnden Zugehörigkeit zum. Deutschtum, seiner innigsten Verschmelzung mit dein Äaterlande und der Treue, mit der es zum Kaiser steht. Wenn die Landesverbände und Ortsgruppen, ivenn die jüdischen Bereinigungen aller Bundesstaaten und Provinzen ihre erfahrensten, ihre einsichtsvollsten Männer, ihre besten Kräfte zu ernstem Rat in bedeutungsvoller Stunde nach Berlin entsandten, kann inan sich wobl einen Begriff machen von der Summe, geistiger Werte, die sich hier znsammenfand. Darum möge der knappe Auszug, den der folgende Bericht ans den nahezu sechsstündigen Berhandlungen nstedergibt, ernster Aufmerksamkeit empfohlen sein. Als kennzeichnende Grnndstinn mung der Bersanlmlnng und als Kernpunkte ihrer Beratung^ ergebuisse mögen einige Keine Sähe vorangestetlt sein: Einig ivar man vor allem in der Hingebung zum deutschen Baterlande, einig in der Bereitwilligkeit, ihm jedes Opfer zu bringen, nichts zu tun oder zu unternehmen, was die Vertrauens-' volle Stimmung trüben könnte, einig aber auch in der Zuversichtdaß unserem guten Recht und unserem guten Schwert der Sieg sicher sein wird. Einig war man in der Befriedigung über die Freudigkeit, mit der das ganze deutsche Judentum, ohne Unterschied der religiösen Richtung und der politischen Partei, draußen die Pflichten gegen das Vaterland in vollstem Umfange erfüllt, im Innern aber der: Burgfrieden unverbrüchlich wahrt. Einig war man. in der Uebcrzeugnng, daß die Antisemiten aller .Gruppen, die. jetzt schon mit ungeduldigen 'Angriffen vorstürmen, ihre Kräfte sammeln zum Borstoß auf die Juden nach dem Kriege. Einig war man aber auch und stärkte sich in der Zuversicht,'daß die berufenen jüdischen Verbände in erster Linie der Centralverein.Me sie jeht scholl in der Wahrnehmung der jüdischen Rechtsinteressen lvachsam und erfolgreich sind .