Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1917)
- Article
- Aus Skandinavien
- Date
- 1917-01-01
- Page
- 31 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2316602-2316864-2316865-2351341--26663-2351451- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Vermischtes. 31 einige Schritte vor imb erbat sich die Erlaubnis, mit bedecktem f)uiipfc die hebräischen Sehenswerte im Namen der gcsarnLen österreichlichen tzzudenschast iibcr das Herrschcrpaar anssprechen zu dürfen. Nach erteilter Genehmigung sprach, der Oberrabbiner erst dcir hebräischen Segenswunsch und damr den deutschen. In das ntcu stimmten alle Anwesenden ein. sodann hielt der Präsident der Wiener Israelitischen Knltusgemeinde Dr. Alfred Stern eine ^lnsprache. Der Kaiser erwiderte. „Die ntir und der Kaiserin von den Vertretern der Israelitischen Kultusgemeinden im Namen ihrer gesamten GlarGensgenossen dargebrachte Huldigung nehmen wir mit herzlicher Lrkenntlichkeit entgegen. Die jüdische Bevölkerung hat immer ihre Liebe und Anhänglichkeit an mein Haus und das Vaterland bewiesen und in der gegenwärtigen großen Zeit zu den mrter Gottes gnädigem ^Beistand' erzielten Erfolgen opferfreudig mit Gut und Blut beigetragen. So wie ich von der Anerschntterlkchkeit dieser patriotischen Gesinnung überzerrgt bin, ebenso mögerr Ihre Glauberrs» genossen versichert feilt, das; sie sich in meinen Landen der allen Bürgern gewährleisteten Rechte stets uneingeschränkt werden erfreuen können. Gerührt von den Segenswünschen, die Sie in Ihren Gotteshäusern für mich und die Meinen zum Himmel senden, sagen wir Ihnen auch für die fromme Bekundung Ihrer treuen Gefühle unfern wärmsten Dank." Der Kaiser unterhielt sich mit fallen Herren auf das Freundlichste. Die Audienz dauerte drewiertel Stunden. Vermischtes. Hundert Jahre Rothschilösaöcl. Die „Wiener Abendpost" veröffentlicht aus der „Wiener Zeitung" von Mitte Oktober 1816 folgende Mitteilung: „Se. Majestät der Kaiser hat die Brüder Mayer Amschel Rothschild und Salomon Mayer Rothschild, welche an der Spitze des diesen Namen führenden Wechselhauses zu Frankfurt am Main stehen, in Rücksicht auf die Verdienste, welche dieselben sich um die kaiserlich österreichischen Finanzen erworben haben, in beit österreichischen Adelstand erhoben." — Gleichzeitig meldet die Prager „Narodni Listy" aus Wien: Der Chef des Wiener Bankhauses Rothschild Louis Freiherr v. Rothschild wurde in den Grafen stand erhoben. Am 29. September 1822 war die Familie in den Freiherrnstand erhoben worden. — Jüdische Grafen hatte cS auch schon gegeben, so die Grafen Camondo in Paris imd Konstantinopcl. Interessant ist, das; die Rothschilds die einzige jüdische Freiherrrifamilie ist, die vom GolhaFchen Alinanach „rezipiert" ist, sonst nimmt er von den jüdischen Baronen keine Kenntnis. Zur ..jüdischen Drückebergerei" berichtet man uns aus Detmold: Die „Lipper Landeszeitung" schreibt/: Die Reichstagserörterunqen über die Teilnahme der Juden am Weltkriege haben auch im Fürstentum Lippe zu gekegentllchen Aussprachen über diese Frage geführt. Nennmalweise, die den Falt eines gelegentlichen Bekannten zum Anlaß nehmen» eine tiefgründige Ällgemeinweisheit zum Vesten zu geben, pflegen sich gern.'im Sinne jener zu äußern, die unser Volksleben nur gu gern vergiften möchten. Ihnen möchten wir die vielleicht nicht ganz gleichgültige Feststellung mitteten, daß der Prozentsatz der aus unserem Lande gefallenen Juden größer ist, als der der übrigen Bevölkerung.