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Im deutschen Reich · 1917-01-01 · Heft 1 (Januar 1917) · p. 28

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
23 (1917)
Issue
Heft 1 (Januar 1917)
Article
Aus Heilbronn
Date
1917-01-01
Page
28 (sequence 2)
Language
German
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23 Im Deutsche!: Mich, Es erscheint angebracht, über diese heikle Frage einmal ein offenes ^Cwt zu reden. Glicht um der: Inden eine Freude zu machen, sondern weil die Heuchelei dieser Geschichten einen: christlichen Gewissen unerträglich sein mich. Dem unzufriedenen Hess nnnngspöbek stehen zu wenig Juden an der: Stellen, wo sie ihre Tapferkeit beweisen kounlen; er z.rlstt sie zusammen tu der: La za r c t 1 o e r w a l 1 n n g e n, Intendanturen, Belleidnngsäinterr: u. s. f. Ja» haben denn die Juden sich selber dorthin gesestt? Bein, ihr Mobilrnachnngsschein. Man kann die Inden nicht an der Spilzs der Züge und y.'muix:guten suchen, lucim die ganze militärische Friedenspraris darauf hinauslief, sie von der Beförderung von vornherein aus z n s ch l i e st c n , cheichgiltig, ob sie sich gut geholter: haben. Der Krieg hat dieser: Bre.uch, wenn auch noch nicht völlig, beendet, soweit nicht die Laufe «ls Beweismittel besold derer Kriege-bchölsigung schon früher ein wirkte. In: Reichstag isi davon gesprochen worden, dast die körperliche Tanchichteit der Inder: in: Dnrc!>s.hnitt schlechter sei. jetzt noch schlechter, als bei der übrigen Bevölkerung; als Bachwirckung der jahrhundertelangen proletarischer: Existenz vor der Ernanzii- Patron/ so wie sie sich bei den Ostjudcn heute noch zeigt. Das mag richtig sein, ist aber rächt entscheidend, 'Unseren Bindern, wird einstweilen innncr noch das kriegerische heldenuun von David, Sirnson und den Makkabäern eingeblänt, die schließlich doch auch -- Juden waren. Doch davon redet niemand — es gibt falsche nnd solche, hier wie dort. Wogegen wir uns wehren, ist nur dies, das; die Gemeinheit antisemitischer Treibereien sich ar: die Oesfentlichkeit wagen darf, so lange die Klage um Ludwig Franks Tod r:och wach ist,'so lange jüdische Freunde im_ Trommelfeuer der Sommeschlacht liegen, so lauge wir sehen, das; jüdische Faruilier: wie die andern einzige Söhne den: Vaterland zum Opfer brachten. Die Juden, an seelische kl>lage gewöhnt» möge»: darüber resignieren; nur empören nns dagegen. Gerade so wie wir es ganz abgeschmackt* fanden, wem: etwa ein Lehrer den Schnleru höherer Klassen erzählte» das; die Juden arn Krieg ihre Geschäfte mochten: als ob etwa unsere Mrhrungsmittelfabrikation, Äntonrobilindustrie, die ganze Eisengewinnung und »Verarbeitung, die fast völlig ».judenreir:" ist» »richt kräftig dabei wäre» die besten ''Abschlüsse zu machen. Die gar:ze Jagd nach „nnabl'önnnlichen" Inder: in d.'n Kriegs« gesellschaften u. s. f. ist sinnlos, wenn mar: nicht gleichzeitig fest-r stellen ivollte, wie viel Beamte in der: sto.atu<)en. nnd' städtischen Ve:w)alLlu:gen, wie viel Ingenieure nnd 'Arbeiter iu der Kriegsindustrie mit vollem Aecht^ für „unabkömmlich^ erklärt werden. Alebcrdenkt man sich das aber, dieses widerwärtige herurnsuchen als System, dann erschrickt mau über den Tiefstand, in der: sich diese ganze große Sorge nnbesch-aftigter Köpfe verlaufe»: hat und jwünscht, dieses ganze Zwischenspiel bleibe rasch vergessene Episode. Aus dem antisemitischen Lager erhielt die Bectarzeitnng daraufhin die folgende in Stil und Gesinnung gleich/ schöne Zuschrift: „Ehesredäktion Aeckarzeitung hier. Ihr gestriger Artikel wegen Schutznahme der Juden hat überall befrembet nnd Entrüstung jixm Ausdruck gebracht ui:b bestätigt geradezu, das; Sie von den Juden bestochen sind. Es ist weit gekommen mit Ihnen. Eine Stammtischgesellschaft." Dazu bemerkt das Blatt: Der Lansbnbe. der sich in diesem schlechten Deutsch übte, ist sicher kein Jude, aber gewißlich tief davon überzeugt, daß Feigheit oder Hinterlist typische Inder:- eigenschaften sind. Seine Unterschrift bringt in den üblen Vorgang zum Glück ein erheiterndes AloinenS — und eine uns an*

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