Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1917)
- Article
- Die Welt-Razzia auf jüdische Untaten
- Date
- 1917-01-01
- Page
- 10 (sequence 2)
- Language
- German
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10 Im Deutschen Reich. In Lemberg wird gegen einen Mann namens Meißner ein Verfahren wegen Wuchers eingeleitet. Er soll den Bauern die Gutscheine, die ihnen von der Militärbehörde für Pferde gegeben wurden, für die Hälfte der angegebenen Summe abgetanst haben und verlangt von der Negierung die ganze Summe. Es gibt aber auch noch grausigere, schauerlichere, unheimlichere Verbrechen! Der Lederhändler Benjamin Salomon — w o, das wird nicht gesagt — verkaufte Dem Kriegsministerium 231 Stück Kuhleder. „Nachträglich bot ihn: sein Geschäftsfreund Samuel Bauer für den Posten Leder einen höheren Preis, so das; Benjamin Salomon das Leder an Bauer abtrat. Das Kriegsministerillm lies; sich darauf nicht ein, sondern holte das Leder ab. Bauer verklagte den Geschäftsfreund und der muß ihm nun den entgangenen Gewinn ersetzen." Oh, oh! Aber wer ist hier eigentlich geschädigt? Wen geht diese gleichgültigste Handelssache etwas an? Indes, der Held der großen Staatsaktion — der doch eigentlich nur ein Dummkopf war und das schwer büßt — heißt Salomon, man denke, sogar Benjamin Salomon! Und so muß der Handel als eine Art Verbrechen behandelt werden. Man muß sich eben auch da mU „Ersatz" behelfen. Und nun erst der verruchte, überverruchte Eierhändler Weilich Schmiel! Er setzte sich mit seiner Braut in einen Untergrundbahnwagcn zweiter Klasse, obwohl sie beide nur Fahrkarten dritter Klasse hatten, weil er, gleich so vielen, der Meinung war, man dürfe die zweite Klasse benützen, wenn die Wagen der dritten überfüllt sind/ Er ist denn auch der Geldstrafe nicht entgangen. Aber den unsterblichen Ruhm, als Vertreter jüdischen Verbrechertums 31t glänzen, hat er dem Namen Schmiel zu danken. Einem gewöhnlichen Schulze wäre, auch bei einem so himmelschreienden Verbrechen, die Unsterblichkeit — soweit sie die Deutschvölkischen Blätter zu vergeben haben durchaus versagt geblieben. Wegen übermäßig hoher Seifenpreise ist Josef Reich in Posen zu einer hohen Geldstrafe verurteilt worden. Ein vr. Julius Trebitsch aus Versec in Ungarn, der wegen Militärliefemngsschwindel im Untersuchungsgefängnis zu Temesvar saß, beging Selbstmord. — Ein heereslteferant Sally Rosenbaum in Mannheim hat seinen Arbeitern nicht den festgesetzten Anteil am Gewinn ausbezahlt. Ein Händler namens Markus Gütler in Leipzig ist wegen Ueberschreitung von Höchstpreisen zu 850 M. Geldstrafe verurteilt worden. Ein Mann namens David Kerpel aus Sopron, Ungarn, ist wegen „Betrugs mit Ausfuhrbewilligungen" in Untersuchung gewesen. — Auch ein langer Bericht über den Kettenhandel mit Erbsen verdankt den Vorzug, in dem antisemitischen Blatte wiedergegeben zu sein,