Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1917)
- Article
- [Ohne Titel] / J. L.
- Date
- 1917-01-01
- Page
- 9 (sequence 5)
- Language
- German
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Die WclL-Nazzia auf jüdische Untaten. 9 Eine neue Wendung in der antiseinitischeu Bewegung ist die auffällige Erscheinung, daß sich jubcu[ciubLiciic Begnügen aus einenr Gebiet bemerkbar machen, aus dem sie bisher nur heimlich einherschiichen: in der akademischen Welt. Immerhin eirl Schritt zum Bessern, denn mit einem offenen Widersacher Faun man sich leichter auseinandersetzen. Daß auch ein Schm oller in die Nachbarschaft dieser Kreise geriet, wird ihm selbst am peinlichsten sein, und er wird wohl schnell genug abrücken, Aber auch kleinere Geister konnten der Berfud)uuti nicht widerstehen, auf diese billige Weise einige flüchtige Aufmerl sauü'eit zu erregen. So tarnen einige geweckte Lehrlinge im Beiche der Philosophie aus die Idee, daß ein Meister wie Hermann Cohen, weil er ein Jude sei, Kant nicht ganz begreifen und würdigen könne. Cs hieße dem hohen Ansehen und der wohlverdienten, von aller Welt geteilten Verehrung für Eeheimrat Cohen zu nahe treten, wollte man ein ernstes Wort der Abwehr aufwenden. Niedriger hängen — das genügt! Aber eine kleine Geschichte dürfen wir hier erzählen. Cin junger Zögling der FlugfchnFe Johannisthal gibt einigen Freunden mit wichtiger Miene eine Auseinandersetzung über die Theorie des Fliegens. „habt ihr schon einmal einen Steinadler fliegen gesehen?" fragt er. ,,Jawohl." „Nun denn, der Slelnadlcr fliegt-falsch'!" I. L. Die Well-Nazzia auf jüdische Untaten. Die Verherrlichung des Judentums lassen sich die — — antisemitischen „Deutschvöllischen Blauer" angelegen sein. Oder wird cs nicht zu einer wahren Huldigung für das Judentum, wenn dies hambnrgische ‘^iutifcmUcublatt die ganze Welt nach jüdischen Missetaten durchforscht, alle Zeitungen gierig nach Anklagen wider Juden durchstöbert, ohne Nachprüfung alles ausfängt, was ihr bei dieser Jagd nach jüdischen Vergehungen in die Ouere kommt, und schließlich eine so armselige Jagdbeute zur Strecke bringt? Ein Mann namens Saul Baustein in irgendeinem westgalizischen Nest hat — ,,ohne die gewerbebehördliche Erlaubnis dazu zu haben!" -- oh!* - allerlei Waren» darunter 23 Stiften Paraffinkerzen, aufgetauft. Er schickte sie seinem Vater nach Stanislau uyd dieser wollte sie in Wien verkaufen. In Wien sollten sie beschlagnahmt werden und da entführt sie dieser unselige Baustein — o, über die Verruchtheit! — nach Iaroslau, „dorr sind sie spurlos verschwunden". „Saul wu?de verhaftet und man fand bei ihm eine große Geldsumme."