Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 23 (1917)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1917)
- Article
- [Ohne Titel] / J. L.
- Date
- 1917-01-01
- Page
- 7 (sequence 3)
- Language
- German
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llmfuun. Niemals. Deutschland ist dem häudlerlaude freilich als Konkurrent ein Dorn im Auge, darum mußte es, nach langgesponnener Intrige, überfallen werden. Aber der eigentliche p o l i l i s ch e Feind, gegen de 11 England durch Jahrhunderte zrrieg führte, ist Frankreich. Der politische ttoithtrrcnt, der tu ^lsierr gefährlich wurde, ist Rußland. Die oft gegebene Erklärung, es würde die Eroberung Konstautiuopels durch Nußland nie dulden, hat England auch jetzt nicht vergessen. Der jetzige Weltkrieg ist den Engländer): nicht nur ein Krieg gegen Derrtschland, noch weniger einer gegen Oesterreich-Ilngarn. England hat ein Interesse an der Schwächung und Verarmung des europäischen Festlandes im allgemeinen und an der Selbstvrrnrchturrs Rußlands und Frankreichs im besonderen. Das hatten diese üduber aus der Geschichte des Antisentitisinus lernen könne)!. Fast hätten wir uns verleiten lassen zu sagen des seligen Antisemitismus, wahrend er doch noch inuner der unselige ist! Denn da und dort meint man, er sei entschlummert, während er in Wirklichkeit nur das Dunkel der Nacht zum Einbruch in unsere Rechte benützt. IN der Antisemitismus in Deutschland tot? Wirklich tot? Die Frage scheint müßig zu fein in den Tagen der durch Denunziationen hervorgerufenen Iudenzäblung im Heere, in den Tagen der krankhaft-fanatischen Bemühungen, den Lebensmittel-Wucher den ,,Juden" in die Schuhe zu schieben. Die Frage scheint einer Antwort, ja einer ernsten Erwähnung kaum zu bedürfen. Aber die Behauptung, mit dem Antisemitismus sei es für immer aus, wird einen: zugeschrieben, der es besser weiß, besser als irgendeiner! Die Behauptung wird einem zugeschrieben, dem ein Friede nach dem langen Kampf mit dem Antisemitismus sehr zu gönnen wäre, mir leider noch nicht beschieden ist: einem verdienstvollen Führer in diesem Kampfe, dem Abg. (Hothein. In einer Versammlung der nationalliberalen Partei in Heidelberg arn 11. Dezember hielt der Abg. Geheimrat Gothein einen Vortrag über ,,Da§ Königreich Polen und seine Beziehungen zum deutschen Reich". * In diesem Vortrag soll der Abg. Gothein, nach den: Bericht des „Mannheimer General-Anzeigers" vom 12. Dezember u. a. gesagt haben: „Während in Deutschland der Weltkrieg endgültig mit jedem Rest von Antisemitismus aufgeräumt hat und für die deutschen Juden Deutschland das Vaterland ist, dem sie willig Gut und Blut hingeben, stehen die politischen Juden, die etwa ein Siebentel bis ein Sechstel des Volkes ausmachen, dem Polentum mit absolutester Gleichgültigkeit gegenüber und bedeuten so eine starke Schwächung der pol-